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Helmut Maisenbacher, Thomas Seyfried, Harald Schan, Victor Nolte und Bastan Valter (von links) vom CVJM holten die alten Christbäume ab.  Foto: G. Meyer 

Calmbacher CVJM sammelt ausgediente Christbäume ein

Bad Wildbad-Calmbach. „Früher war mehr Lametta“ - Thomas Seyfried ist aber kein Bedauern über das Fehlen der silbernen Streifen anzusehen. Im Gegenteil, die ganze Fünf-Mann-Gruppe des Calmbacher CVJM wirkt äußerst zufrieden. Denn tatsächlich glänzt an keinem der Bäume, die sie nach den Feiertagen am Straßenrand aufsammelt, auch nur ein einziger umwelt-unfreundlicher silberner Faden. „Ist ziemlich aus der Mode gekommen“, freut sich Harald Schanz über das Ausbleiben notwendiger Entfernungsmethoden. Und auch Bastian Valter und Victor Nolte, die oben auf dem Pritschenwagen die Bäume annehmen, fehlt das schmückende Beiwerk nicht. Mit dicken Handschuhen ausgestattet, zerren sie die meist recht großen Exemplare auf den Wagen. Nicht besonders beliebt sind dabei die Blautannen mit ihrem extrem stacheligen Nadelwerk.

Meist große Bäume

Seit 9 Uhr am Samstag sind drei Gruppen des CVJM unterwegs, auf den Beinen allerdings schon sehr viel früher. Vorbereitungen mussten getroffen werden – und auch ein stärkendes Frühstück stand noch an. Denn der Entsorgungs-Einsatz ist kräftezehrend. Zwar sind auch mal kleine, leichte Exemplare unter den ausgedienten Christbäumen, in aller Regel aber handelt es sich um mehr oder weniger deckenhohe Tannen. „Wir haben alles“, lacht Seyfried, „von dünn bis buschig, von klein bis ganz groß“. Und manchmal sogar ein besonders skurriles Teil. Harald Schanz, Fahrer eines der von Firmen kostenlos zur Verfügung gestellten Fahrzeuge, holt sein Handy heraus und zeigt ein Foto: „Der war ganz dürr, da war keine einzige grüne Nadel mehr dran“. Vielleicht ein Exemplar, das vom Jahr davor noch im Garten stand, vermuten die Fünf. Mehrere Male steuern die Gruppen während des Einsatzes den Parkplatz des Calmbacher Freibades an. Hier wird in einen großen Container abgeladen, um wieder Platz zu bekommen. Rüdiger Kassen, Gerhard Schiele, Markus Waldbauer und Rolf Morgeneier stehen schon bereit – sie kümmern sich nicht nur um die Füllung des vom Landkreis zur Verfügung gestellten Containers, sondern auch um das leibliche Wohl der Gruppen.

Rund 350 Bäume müssen insgesamt später auf der Calwer Deponie entsorgt werden – um die alle in dem Container unterzubringen, muss man ihnen schon mal die besonders ausladenden Teile abzwacken. Früher habe ein Metzger die Tannen zum Schinkenräuchern bekommen, weiß Schanz zu berichten. Das sei aber inzwischen nicht mehr zulässig – also auf zur Deponie.

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Georg Moritz

Georg Moritz

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