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Die wichtigste Botschaft formulierte der Calwer Sozialdezernent Norbert Weiser im Telefongespräch mit der Pforzheimer Zeitung am Dienstag so: „Wir haben nie einen Fall erlebt, bei dem ein Kind nicht untergebracht wurde.“ Symbolbild: Rolf Vennenbernd/dpa 

Calwer Sozialdezernent beruhigt: „Jeder bekommt einen Kita-Platz“

Kreis Calw. Wurden im Jahr 2013 kreisweit noch 3590 Kinder im Alter bis zu drei Jahren registriert, so zählte man am 1. März dieses Jahres 4537 Dreikäsehochs – also 26,4 Prozent mehr als sieben Jahre zuvor, als der Gesetzgeber einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz vom vollendeten ersten Lebensjahr an garantiert hat.

Mit diesen Daten und Fakten wurden die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses des Calwer Kreistags in ihrer jüngsten Sitzung im Konsul-Niethammer-Kulturzentrum in Bad Teinach-Zavelstein konfrontiert. Die wichtigste Botschaft formulierte Sozialdezernent Norbert Weiser im Telefongespräch mit der Pforzheimer Zeitung am Dienstag so: „Wir haben nie einen Fall erlebt, bei dem ein Kind nicht untergebracht wurde.“

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Dabei sind die Anforderungen an die Städte und Gemeinden enorm, wie Nadine Fischer vom Evangelischen Diakonieverband Nördlicher Schwarzwald deutlich machte: „Nahezu jede Kommune ist in der Planungs- oder Umsetzungsphase weiterer Angebote.“ Die Fachberaterin für Kita-Einrichtungen im Landkreis, die als Nachfolgerin von Christa Blattner erstmals im Ausschuss auftrat, setzte noch einen drauf: „Einige Kommunen berichten, dass nach Abschluss der laufenden Maßnahmen schon wieder weitere Plätze nötig sein werden. Das heißt, dass der Ausbau noch längere Zeit ein Thema bleiben wird.“ Elf der 25 Städte und Gemeinden im Kreis Calw haben deshalb Bedarfsplanungen erstellt. Nadine Fischer weiß zudem: „Die Zunahme der unter Dreijährigen setzt sich bei den über Dreijährigen fort.“

"Wir haben nie einen Fall erlebt, bei dem ein Kind nicht untergebracht wurde."

Calws Sozialdezernent Norbert Weiser

Der Gesetzgeber sieht vor, dass für alle Einjährigen und Älteren etwa 35 Prozent Plätze in Kindergärten und anderen Einrichtungen zur Verfügung stehen müssen. „Bei uns sind das sogar 41 Prozent“, freut sich Weiser. Und: „Die Städte und Gemeinden reagieren sehr schnell und sensibel auf den Bedarf.“

Angekündigt wurden in der Sitzung regelmäßige Treffen der Fachberatung in Kooperation mit der Abteilung Jugendhilfe im Landratsamt sowie den Kindergarten-Trägern, also vorwiegend Kommunen oder Kirchengemeinden. Dabei sollen die künftigen Anforderungen diskutiert werden.

Keine Mehrheit fand im Ausschuss ein Antrag des neuen SPD-Kreisvorsitzenden Andreas Reichstein, an die Städte und Gemeinden zu appellieren, auf Kindergartengebühren künftig zu verzichten.