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Tiefenbronns Schmellenprinz Felix I. (Goldfuß) stammt aus den Reihen der stolzen Zottelböck.  Fotos: Fux 

Carneval eingeläutet: Tiefenbronn startet grandios in die Jubiläumskampagne

Tiefenbronn. Alle Vorzeichen sind darauf ausgerichtet, dass der Tiefenbronner Carnevalsverein Schmellenhopfer 2020 eine berauschende Jubiläumskampagne zu närrischen sechs mal elf Jahren feiern wird. Dazu setzten am Wochenende gleich zwei Proklamationssitzungen in der voll besetzten Gemmingenhalle Maßstäbe und gaben weit mehr als einen tollen Vorgeschmack, was das Publikum mit Stimmungsraketen, Zugaberufen und Applausstürmen quittierte.

Ein Stimmungsgarant wird der frisch inthronisierte 50. Schmellenprinz Felix I. (Goldfuß) sein. Denn dass der Tiefenbronner Arztsohn Fastnacht kann, dass ihm der Schalck im Nacken sitzt, stand nach seiner Rede und dem spontan angestimmten Badner Lied außer Frage. „Aufgewachsen in einem Ärztehaus gehen bei mir die Pillen nicht aus“, so Felix I., der aufgrund seiner guten Kontakte auch Blanko-Krankenscheine für die fünfte Jahreszeit versprach und seine Freundin Hannah zur „First Lady“ machte. „Geht die Kampagne zu Ende irgendwann, verspreche ich, steht nächstes Jahr die Hochzeit an“, kündigte der Prinz an, der im echten Leben IT-Fachmann ist. Felix Goldfuß kann auch dichthalten, denn in Tiefenbronn ist es ein gut gehütetes Geheimnis, wer Prinz der neuen Kampagne wird. So überraschte der 50. Schmellenprinz nicht nur seine Eltern, die ahnungs- und fassungslos im Publikum saßen.

Zur Tiefenbronner Fastnacht gehört nicht nur ein gut gelaunter Prinz, sondern auch die Kunst der scharf gepfefferten Büttenreden, Gesang und Tänze. Die Abräumer des Abends waren in der Bütt Marlen Etzel und Adriana Martucci als urkomisches und fesches Einbruchs-Duo, das beim „heißesten Langzeitsingle“, dem Tiefenbronner Carnevalspräsidenten Fabian Gall einstieg. Für Lacher sorgte aber auch Michael Rau, der Irrungen mit seinem Navi erlebte und Angelina Jolie im „Grünen Wald“ in Hamberg getroffen haben will. Ganz andere Probleme hatte als neuer Bauhofmitarbeiter Steffen Maurer.

„Wir feiern Jubiläum, jetzt geht’s richtig los – mit 66 Jahren kommt man erst in Schuss, da ist noch lange nicht Schluss“, sang die Musik- und Gesangsgruppe „Live is Live“, die mit Schlagern und Show durch die Jahrzehnte führte.

Tänzerisch ließ das Moderne Ballett die bald 66 Jahre Revue passieren und sorgte für so manchen Hingucker. Auch beim Männerballett auf hoher See in feschen Matrosenanzügen blieb kein Auge trocken. Die Pink-Garde machte sich kölsche Faschingsohrwürmer zunutze und erinnerte an die anstehende Herrensitzung in rheinländischer Manier. Auch die Grün-Weiß-Spatzen, der Prinzennachwuchs und die Prinzengarde sowie das Kinderballett verzauberten das Publikum.