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Neue Zuständigkeiten beim Holzverkauf im Enzkreis: Das Forstamt ist ab sofort nur noch für den Staatswald zuständig, im Bild vertreten durch Andreas Roth (rechts). Konrad von Wedel gehört zur Holzverkaufsstelle, die der Enzkreis-Kämmerei zugeordnet ist. Diese Stelle ist zuständig für den Privat- und Kommunalwald. Foto: Marx
Neue Zuständigkeiten beim Holzverkauf im Enzkreis: Das Forstamt ist ab sofort nur noch für den Staatswald zuständig, im Bild vertreten durch Andreas Roth (rechts). Konrad von Wedel gehört zur Holzverkaufsstelle, die der Enzkreis-Kämmerei zugeordnet ist. Diese Stelle ist zuständig für den Privat- und Kommunalwald. Foto: Marx
08.10.2015

Clinch mit Kartellamt: Änderungen beim Holzverkauf im Enzkreis.

Schon seit 2002 schwelt eine Auseinandersetzung, die nun auch den Enzkreis gezwungen hat, tätig zu werden. Das Bundeskartellamt hatte dem Land Baden-Württemberg untersagt, so weiterzumachen, wie es in der Vergangenheit der Fall war. Bislang hatten die Forstämter die Vermarktung aus allen drei Waldbesitzarten gebündelt.

Im Klartext: Das jeweilige Forstamt trat als Holzverkäufer aus Beständen des Privat-, Kommunal- und Staatswaldes auf. Wettbewerbsrechtlich sei das nicht in Ordnung, lautet die Auffassung der Kartellwächter: Mögliche Preisabsprachen müssten verhindert werden.

Obwohl das Bundeskartellamt den Beschluss zum Sofortvollzug bis zum Ende des Gerichtsverfahrens zum 1. Oktober überraschend ausgesetzt hat, bleibt es im Enzkreis jetzt erst einmal bei der neu eingeführten Struktur. Diese sieht so aus, dass es seit dem 1. September zwei Vermarktungsstränge gibt. Während beim Forstamt der Verkauf aus dem Staatswald verbleibt, ist nun die bei der Kämmerei des Landratsamts angesiedelte Holzverkaufsstelle für die kommunalen und privaten Wälder zuständig, sofern die jeweiligen Eigentümer dies wünschen.

Entsprechende Diskussionen in den einzelnen Gemeinderäten gab es in den zurückliegenden Monaten zuhauf, denn die Städte und Gemeinden müssen bei Interesse jeweils einen gesonderten Vertrag mit dem Enzkreis abschließen. Der neue stellvertretende Forstamtsleiter Andreas Roth kritisierte den Mehraufwand: „Eine wesentliche Änderung besteht darin, dass Synergien verloren gehen.“ Es würden Parallelstrukturen geschaffen, bei denen man sich um die gleichen Holzsortimente kümmere, nur dass sie aus anderen Waldbesitzarten stammten. Beim Staatsforst ist Roth für das Nadelstammholz zuständig, sein Forstamtskollege Björn Renz für das Laubholz. Die Vermarktung aus Privat- und Kommunalwäldern liegt dagegen nun in den Händen von Konrad von Wedel und zwei weiteren Fachkräften.

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