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Vorfreude und Anspannung: Seit über einem Jahr bereitet sich der Conweiler Chor „Con-Musica“ mit seinem Leiter Bernd Philippsen (rechts) auf das Gemeinschaftskonzert mit dem Solistenensemble der Jungen Philharmonie Köln vor, das erst am Aufführungstag nach Conweiler kommen wird. Foto: Molnar
Vorfreude und Anspannung: Seit über einem Jahr bereitet sich der Conweiler Chor „Con-Musica“ mit seinem Leiter Bernd Philippsen (rechts) auf das Gemeinschaftskonzert mit dem Solistenensemble der Jungen Philharmonie Köln vor, das erst am Aufführungstag nach Conweiler kommen wird. Foto: Molnar
07.11.2016

„Con-Musica“ probt für den großen Auftritt

Für die Sängerinnen von „Con-Musica“ ist es ein Höhepunkt – das Gemeinschaftskonzert mit „The Chambers“ am 13. November in Conweiler. Zum ersten Mal wird der Chor mit Profimusikern auftreten, genauer gesagt: mit dem Solistenensemble der Jungen Philharmonie Köln, das Deutschlands vielversprechendste Talente vereint. Seit über einem Jahr laufen die Vorbereitungen.

„Der Alt fängt an“, sagt Bernd Philippsen bei einer Zusatzprobe und gibt den Einsatz für das Stück „Caritas numquam excidit“ op. 612. Es ist eines der drei Werke für Chor und Orchester, die der Leiter von „Con-Musica“ für das Konzert komponiert hat und noch einmal üben will. Denn die Vertonung eines lateinischen Bibeltexts ist alles andere als leicht, fordert den Laienchor nicht nur atemtechnisch heraus. „Die Konsonanten sollen kurz und schnell sein“, erinnert Philippsen und beruhigt am Schluss: „Man hört, wann das Orchester weitermacht“.

Noch proben die 20 Sängerinnen alleine, erst am Aufführungstag steht eine gemeinsame Probe mit dem Kölner Kammerorchester an. Schiefgehen darf dann nichts mehr. „Wir sind gespannt, ob die Zusammenarbeit mit den Musikern, die wir nicht kennen, klappt“, sagt die erste Vorsitzende Sabine Piétriga, die im Sommer 2015 ersten Kontakt mit „The Chambers“ hatte.

Hergestellt wurde dieser über eine Konzertagentur, die der Verein aus einer gemeinsamen Idee heraus angeschrieben hatte. Das eigene Repertoire von Pop und Klassik habe gut zu diesem klassischen Ensemble aus Meisterschülern und Preisträgern gepasst, das Motto „Von Bach zu den Beatles“ war bald gefunden. Nachdem Hörproben ausgetauscht und Stücke festgelegt waren, begann die Probenarbeit. Jetzt geht es noch um den Feinschliff. „Eine gewisse Vorfreude und Anspannung ist da“, gibt Schriftführerin Dorothea Krebernik zu. Von Ehrfurcht und Berührungsangst könne aber keine Rede sein: „Wir fühlen uns ganz stabil“, ergänzt Katrijn Engelen. Hilfreich sei etwa eine Probe mit Digitalmusik gewesen: „Das hat uns Selbstvertrauen gegeben“, so die dritte Vorsitzende.

Musik sei etwas, das alle anspreche. Jeder tue sein Bestes, ob Profi oder Laie. „Hier kommt es nicht auf das einzelne Wort an, sondern auf das Gefühl, auf das Gesamtpaket“, meint Krebernik. Bei dem 90-minütigen Konzert werden Klassiker verschiedener Stilrichtungen aufgeführt – von der Bach-Suite bis zum englischen Traditional, von Liszt und Bernstein bis zu Queen und den Beatles. Einige Stücke werden rein vokal, andere instrumental erklingen, darunter ein Intermezzo für Cembalo und Streichquartett von Philippsen.

Höhepunkt freilich werden die gemeinsam gesungenen und gespielten Lieder wie „Hey Jude“ sein. Sängerin Nicole Jaensch freut sich auf das einmalige Konzert, auf die Stücke mit Anspruch: „Es macht Freude, sich weiterzuentwickeln“. Aufgeregt ist sie noch nicht, der Chorleiter umso mehr: „Ich hoffe, dass das Dirigat von allen angenommen wird“, so Philippsen.