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Bislang scheinen die Corona-Schutzmaßnahmen auch in Altenheimen zu funktionieren. Fälle wie in Bretten-Neibsheim mit über 200 Infizierten und mindestens 36 Corona-Todesfällen sind in der PZ-Region die Ausnahme geblieben. Lediglich zum bisherigen Höhepunkt der Corona-Pandemie gab es in einigen wenigen Altenheimen kurzzeitig ein deutlicheres Plus an Infizierten und auch vereinzelte Todesfälle. 

Corona-Fälle in Pforzheim, im Enzkreis und im Kreis Calw: Die Serie mit guten Nachrichten hält an

Pforzheim/Enzkreis/Kreis Calw/Karlsruhe. Auch am Donnerstag werden nun schon zum dritten Mal in Folge gute Nachrichten aus dem Gesundheitsamt Enzkreis/Stadt Pforzheim verkündet. Am Dienstag gab es überhaupt keinen einzigen Fall, am Mittwoch wurde nur eine neue infizierte Person aus dem Enzkreis gemeldet, am Donnerstag gab es lediglich einen Fall aus Pforzheim. Im Landkreis Calw gab es ebenfalls nur einen neuen Corona-Fall. Anders als in den Tagen zuvor sieht es bei der Anzahl der Genesenen aus.

Pforzheim hat nun 498 Infizierte insgesamt, im Enzkreis bleibt es bei 689. Gleich zehn neue Genesene – sieben aus Pforzheim (insgesamt 472 Genesene) und drei aus dem Enzkreis (insgesamt 636) – lassen die Anzahl der Akut-Fälle auf 18 in Pforzheim und 31 im Enzkreis schrumpfen. Am Dienstag waren es im Bereich des Gesundheitsamts Enzkreis/Stadt Pforzheim sechs Genesene, am Mittwoch konnte nur eine Person aus der Quarantäne, beziehungsweise dem Krankenhaus entlassen werden. Im Landkreis Calw zählt man nach einer Neu-Infektion (insgesamt 800 Corona-Fälle) in Nagold, wo 144 Infizierte und sieben Corona-Todesfälle gelistet werden, und nach zwei frisch gensenen Personen (insgesamt 764 Genesene) nur noch 15 Akut-Fälle. Im Stadt- und Landkreis Karlsruhe gibt es nach sechs Neuinfektionen am Donnerstag (insgesamt 1595 Corona-Fälle) und zwei neuen Genesenen (insgesamt 1457 Genesene) noch 43 Akut-Fälle.

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Karlsruhe: viele Corona-Todesfälle - Kreis Calw bei Umrechnung auf 10.000 Einwohner schwerer betroffen

An der Zahl der Corona-Todesfälle hat sich schon länger nichts mehr geändert. Acht Infizierte starben bislang in Pforzheim, 22 im Enzkreis und 31 im Landkreis Calw. Im Stadt- und Landkreis Karlsruhe bleibt die Anzahl von 95 Corona-Todesfällen ebenfalls stabil, wobei allein ein Drittel der Verstorbenen aus einem Altenheim in Bretten-Neibsheim kam, in dem es über 200 Infizierte gab. Im Kreis Calw lassen sich allein 24 von 31 Corona-Todesfällen auf drei Gemeinden konzentrieren. In Gechingen mussten neun Todesopfer beklagt werden, in Schömberg 8 und in Nagold sieben. Hier wurden 304 der 800 im Kreis Calw gemeldeten Infizierten aufgelistet.

Auffallend viele Infizierte im Stadt- und Landkreis Karlsruhe (insgesamt 1595 Corona-Fälle) gab es in Bretten. Unter den knapp 30.000 Einwohnern zählte das Gesundheitsamt 284 offiziell bestätigte Corona-Fälle. Karlsruhe, das mehr als zehn Mal so viele Einwohner zählt, kam auf 456 Infizierte, also nicht einmal doppelt so viel.

Laut der Studie lag die Sterblichkeit bei Patienten, die beatmet wurden, bei 53 Prozent. Foto: Marcel Kusch/dpa/Archivbi
Brennpunkte

Mehr als die Hälfte der beatmeten Corona-Patienten gestorben

Was in absoluten Zahlen sehr hoch anmutet, relativiert sich, wenn man die Zahl der Todesfälle auf 10.000 Einwohner umrechnet. Dann starben in Pforzheim und im Enzkreis je 10.000 Einwohner 0,71 Menschen mit oder an einer Coronavirus-Infektion. Im Stadt- und Landkreis Karlsruhe gab es 1,25 Corona-Todesfälle pro 10.000 Einwohner. Krasser sieht es im Kreis Calw aus. Mit 1,96 Todesfällen pro 10.000 Einwohner wird deutlich, dass im vergleichsweise dünn besiedelten Nordschwarzwald mehrere einzelne Ereignisse in Einrichtungen, in denen Menschen mit hohem Gefahrenrisiko temporär oder dauerhaft gelebt haben, die Todesrate nach oben getrieben haben.

7-Tage-Inzidenz in Pforzheim und im Enzkreis noch im grünen Bereich

Die sogenannte 7-Tage-Inzidenz in Pforzheim liegt am Donnerstag bei 13 Punkten (Mittwoch: 12, Montag: 23) und im Enzkreis bei 18 Punkten (Mittwoch: 20, Montag: 26). Der Schwellenwert für Pforzheim liegt bei 63, für den Enzkreis bei 99. Also alles noch im grünen Bereich. Der Wert gibt an, wie viele Neuinfektionen es innerhalb der vergangenen sieben Tage pro 100.000 Einwohnern gab. Aber: Hier liegen sowohl Pforzheim als auch der Enzkreis weiterhin unter dem gefährlichen Schwellenwert von 50 Neu-Infektionen pro 100.000 Einwohnern. Wird der überschritten, können zunächst lokale Gegenmaßnahmen ergriffen und Schutzmaßnahmen gezielt verschärft werden. Die 7-Tage-Inzidenz liegt für Baden-Württemberg aktuell im Durchschnitt bei 3,9.

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Zwei neue Corona-Todesfälle in Baden-Württemberg

Am Donnerstag wurden dem baden-württembergischen Gesundheitsministerium vom Landesgesundheitsamt (LGA) Baden-Württemberg insgesamt weitere 109 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Damit steigt die Zahl der seit Beginn der Pandemie Infizierten in Baden-Württemberg auf mindestens 37.233 an. Davon sind ungefähr 34.401 Personen bereits wieder von ihrer Covid-19-Erkrankung genesen. Derzeit sind geschätzt noch 985 Menschen im Land mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) infiziert.

Dem Landesgesundheitsamt wurden am Donnerstag aus den Landkreisen Main-Tauber und Tuttlingen je ein weiterer Todesfall im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet. Demnach steigt die Zahl der Todesfälle auf insgesamt 1.847. Unter den Verstorbenen waren 1.046 Männer und 801 Frauen. Das Alter lag zwischen 18 und 106 Jahren. 65 Prozent der Todesfälle waren 80 Jahre oder älter.

Die Reproduktionszahl beziehungsweise der 7-Tages R-Wert wird vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit R 1,04 angegeben. Sie ist die Anzahl der Personen, die im Durchschnitt von einer infizierten Person angesteckt werden.

Thomas Kurtz

Thomas Kurtz

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