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Rauch dringt aus dem Obergeschos eines Hauses in Neuenbürg. © TV-BW
04.02.2014

Dachgeschoss-Brand in Neuenbürg: Nachbarin verhindert Schlimmeres

Neuenbürg. Vermutlich durch das schnelle Handeln einer aufmerksamen Nachbarin konnte verhindert werden, dass ein Mehrfamilienhaus am Marxenäckerweg in Neuenbürg komplett niederbrannte. Als die Frau kurz nach 11 Uhr aus einem Fenster schaute, bemerkte sie starken Rauch, der aus Lüftungsziegel des Nachbarhauses quoll.

Bildergalerie: Dachstuhl brennt in Neuenbürg

Eilig verständigte sie daraufhin Polizei und Feuerwehr die noch vor dem Ausbrechen eines Vollbrandes das Feuer in Schach halten konnten.

Nach ersten Erkenntnissen der Polizei kam es in einem Zimmer im Dachgeschoss zu einem technischen Defekt und darauf folgend zu einem Schwelbrand. Dieser griff auf die Holzfassade des älteren Hauses über, wodurch es zunächst zu der starken Rauchentwicklung kam.

Um den Brand vollständig löschen zu können, mussten durch die Feuerwehr Teile der Holzfassade entfernt werden. Da der Strom übers Dach eingespeist wurde, musste das Haus vom Netz genommen werden. Dadurch und aufgrund der stark verrauchten Räumlichkeiten entstand ein Sachschaden der derzeit auf rund 100.000 Euro geschätzt wird. Immerhin konnte das Haus, in dem überall Holz verarbeitet ist, gerettet werden.

Anfangs habe es jedoch so ausgesehen, als stünde das Brandgeschehen kurz vor einer Rauchgas-Durchzündung, einem so genannten Flash-over, bei dem wie bei einer Explosion die ganze Etage schlagartig in Flammen gestanden und wohl nicht mehr zu retten gewesen wäre. Das habe man, so der Neuenbürger Feuerwehrkommandant Manfred Wankmüller an der Verfärbung des Rauchs und an der großen Hitze erkennen können. So mussten die Feuerwehrleute Wege finden, die Etage zu kühlen, weshalb auch eine zweite Drehleiter der Birkenfelder Wehr zum Einsatz kam.

Jens Allion, stellvertretender Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr, verwies darauf, dass das Haus sehr weit von der Straße zurückgesetzt sei, weshalb das Löschen und weitere Arbeiten mit der Drehleiter quasi zu einer Belastungsprobe für das Gerät geworden sei. Glücklicherweise konnte das Haus rechtzeitig evakuiert werden und es gab keine Verletzten.

Allion und Wankmüller erklärten, dass das Haus aufgrund der starken Verrauchung im Augenblick nicht bewohnbar ist. Offene Flammen, so Allion, habe es zwar nur im eigentlichen Brandraum gegeben, aber der Rauch habe das ganze Haus durchzogen. Durch den begrenzten Brandraum sei immerhin der Wasserschaden nicht extrem ausgefallen, so Allion.

Die Feuerwehren aus Neuenbürg, Birkenfeld und Straubenhardt waren mit insgesamt 46 Einsatzkräften und die Rettungskräfte mit zwei Fahrzeugen und fünf Helfern vor Ort. Die Polizei musste umliegende Straßen sperren, um einen reibungslosen Ablauf der Einsatzmaßnahmen zu gewährleisten, da Einsatzfahrzeuge den Straßenraum blockierten. Zu größeren Beeinträchtigungen kam es hierdurch jedoch nicht.