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Eine Dachlawine ist einer Mutter in Straubenhardt zum Verhängnis geworden.
Eine Dachlawine ist einer Mutter in Straubenhardt zum Verhängnis geworden. © dpa
10.12.2010

Dachlawine stürzt auf Mutter und Kind im Wagen

STRAUBENHARDT. Nein, beileibe nicht alles Gute kommt von oben: Im Fall von Sandra H. und ihren Kindern aus Straubenhardt-Schwann kann in der winterlichen Jahreszeit ein normaler Spaziergang fast in der Katastrophe enden. Die Mutter war an der Schwanner Hauptstraße mit ihrem fünfjährigen Sohn und der zweijährigen Tochter im Kinderbuggy unterwegs, als sie unvermittelt Opfer einer Dachlawine wurde. Die Wucht des Aufpralls habe sie unvermittelt mit dem Gewicht eines Kartoffelsacks getroffen, erinnert sich die Mutter. Schlimmer noch: Nach dem ersten Schock folgte der zweite. Der Buggy mit der Tochter war unter den Schneemassen begraben. Sandra H. geriet in Panik, rief laut um Hilfe und begann, den völlig verschütteten Buggy auszugraben.

Sandra H.: "Selbst durch langes buddeln mit Hilfe einer Frau war zunächst nur ein Handschuh sichtbar, dann erst das Köpfchen meiner Tochter. Sie schrie und stand sichtlich unter Schock. Sie wirkte apathisch und leidet seither unter Schlafstörungen." Zum Glück habe zumindest ihr Sohn von der Dachlawine nichts abbekommen. Die Mutter musste sich nach dem Unglück in ärztliche Behandlung begeben. Sie sei geröngt worden und einige Wirbel seien gestaucht. Seither habe sie Schmerzen und könne aktuell keinen Sport mehr treiben. Der Vorfall ereignete sich am Montag.

Straubenhardts Bürgermeister Willi Rutschmann sieht das Ganze nicht als Angelegenheit der Gemeinde an. Der Verwaltungschef: "Unser Wahlspruch lautet Privatrecht geht vor öffentlichem Recht." Dachlawinen und ihre Abwehr seien nicht Bestandteil von Auflagen im Bebauungsplan. Jeder Hausbesitzer müsse selbst Sorge tragen, Unglücke zu verhindern. Rechtsschutzversicherungen empfehlen insbesondere in bekannten Schneeregionen, ein Schneefanggitter am Dachrand zu installieren. Wichtig ist, dass der Hausbesitzer erkennbar der Verkehrssicherungspflicht nachgekommen ist. Dazu kann im Zweifelsfall zusätzlich gehören, dass er ein Warnschild auf dem Gehweg unterhalb seines Hauses aufstellt.