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Beim Dachstuhlbrand eines Hauses in Ötisheim bestand die Gefahr, dass die Flammen auf andere Gebäude übergreifen. © Meyer
09.03.2014

Dachstuhl total ausgebrannt: Siebenköpfige Familie gerettet

Ötisheim. Ein in lodernden Flammen stehender Dachstuhl, ein komplett verrauchtes und mit Löschwasser durchtränktes Haus, zwei Verletzte und die drängende Frage, wo kommen sieben Menschen mitten in der Nacht schnell, sicher und gemeinsam unter? Ein gemütlicher Samstagabend mit der ganzen Familie sieht anders aus. Für eine Familie in Ötisheim wurde dieser Alptraum jedoch zur Realität.

Bildergalerie: Dachstuhlbrand in Ötisheim droht überzugreifen auf Nachbarhäuser

Um 21.19 Uhr ging bei der Polizei der Alarm ein. In der Hinteren Gasse in Ötisheim brenne der Dachstuhl eines Wohnhauses. Beim Eintreffen der Feuerwehr war der Dachstuhl schon in vollem Ausmaß entbrannt. Die Flammen schlugen hoch – und das bedeutete für die Freiwillige Feuerwehr Ötisheim, schnell Verstärkung anzufordern, denn es galt nicht nur den Brand zu löschen und das Haus zu retten, sondern auch zwei sehr dicht angrenzende Häuser vor einem Übergreifen der Flammen zu schützen. Die Feuerwehren aus Ötisheim, Mühlacker und Ölbronn-Dürrn waren mit 13 Fahrzeugen und 48 Einsatzkräften unter der Leitung von Kreisbrandmeister Spielvogel vor Ort.

Auch das Deutsche Rote Kreuz wurde alarmiert. Die siebenköpfige Familie konnte zwar noch selbst das Haus verlassen, aber hierbei atmete der 54-jährige Wohnungsinhaber Brandrauch ein. Er wurde mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus Mühlacker eingeliefert. Der DRK-Ortsverein Mühlacker war mit acht Kräften des „Helfer vor Ort“-Systems und einer HvO-Mitarbeiterin aus Maulbronn nebst Kreisbereitschaftsleiter Wolfgang Haalboom vor Ort. Schließlich galt es auch, die entsetzten Familienangehörigen psychologisch zu betreuen, weshalb der Notfallnachsorgedienst ebenfalls nach Ötisheim eilte.

Die Familie musste miterleben, wie ihr Dachstuhl in Flammen aufging, der Rauch durch alle Räume zog und letztlich auch das Löschwasser ihr Haus unbewohnbar machte. Nach rund einer Stunde war der Brand unter Kontrolle und so abgelöscht, dass keine Gefahr mehr für die umliegenden Gebäude bestand. Die Nachlöscharbeiten aber zogen sich noch über die ganze Nacht hin.

Unterdessen hatte der Ötisheimer Bürgermeister Werner Henle die Unterbringung der zunächst im Feuerwehrhaus betreuten Familie organisiert. In ihr Haus wird sie so schnell nicht zurückkehren können. Der Schaden wird auf rund 300.000 Euro geschätzt.

Über die Brandursache gibt es noch keine gesicherten Informationen, ein technischer Defekt scheint aber wahrscheinlich zu sein. Kriminaltechniker werden die Brandreste noch untersuchen. Das weitere Schicksal der siebenköpfigen Familie ist noch ungewiss.