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10.01.2009

Dachstuhlbrand in Neuenbürgs Innenstadt: Feuer zerstört Wohnhaus

NEUENBÜRG. Großeinsatz in Neuenbürgs dicht bebauter Innenstadt: Ein Feuer hat dort am Samstag die ehemalige Gaststätte „Rose“ verwüstet. Der Dachstuhl und die Dachgeschoss-Wohnung wurden vollständig zerstört.

Laut Polizei beträgt der Sachschaden rund 150 000 Euro. Das dreigeschossige Gebäude in der Wildbader Straße ist durch den Brand unbewohnbar geworden. Die siebenköpfige türkische Familie, die in dem Haus gewohnt hatte, wurde obdachlos und kam bei Verwandten in Neuenbürg und Pforzheim unter.

Offene Flammen schlugen am Samstag gegen 12 Uhr aus dem Dachstuhl des Mehrfamilienhauses mit der ehemaligen Gaststätte im Erdgeschoss. Nach PZ-Informationen soll ein Hausbewohner versucht haben, eine zugefrorene Wasserleitung mit offenem Feuer aufzutauen. Dabei fing das Dachgeschoss Feuer. Die sieben Hausbewohner konnten sich alle unverletzt ins Freie retten und die Feuerwehr benachrichtigen. Sofort wurde daraufhin Großalarm ausgelöst: Alle Abteilungen der Freiwilligen Feuerwehr Neuenbürg, die Feuerwehr Straubenhardt sowie die Berufsfeuerwehr Pforzheim waren mit rund 50 Mann und 11 Fahrzeugen im Einsatz.

Während sich rings um die Einsatzstelle immer mehr Schaulustige einfanden, brachen einige Bewohnerinnen des Hauses in Tränen aus und konnten das Geschehene kaum fassen. Mit Steckleitern und der Drehleiter bekämpften die Floriansjünger den Dachstuhlbrand. Nach Angaben von Manfred Wankmüller brauchten die Feuerwehrleute rund zwei Stunden, um das Feuer zu löschen.

„Das war ein ziemlich kompliziertes Unterfangen“, beschreibt Neuenbürgs Gesamtkommandant die Situation am Einsatzort. Denn die an dieser Stelle sehr engen Verhältnisse machten die Löscharbeiten für die Einsatzfahrzeuge nicht gerade einfach. Hauptaugenmerk der Feuerwehr sei es vor allem gewesen, die direkt angrenzenden Häuser zu schützen und ein Übergreifen der Flammen zu verhindern, so Wankmüller. Auch der Frost machte Probleme, da das Löschwasser sofort gefror. Um zu vermeiden, dass sich die Wildbader Straße in eine Eisfläche verwandelt, wurde dort massiv Salz gestreut und die Ortsdurchfahrt voll gesperrt.
Die Aufräum- und Absicherungsarbeiten dauerten bis in die Abendstunden, weil enorm viel Brandschutt entstand und die Feuerwehr das Gebäude mit der Wärmebildkamera nach versteckten Glutnestern absuchen musste. „Wir hatten sehr viel Glück, dass das Feuer nicht in der Nacht ausbrach und wir sofort alarmiert wurden. Sonst hätte Schlimmeres passieren können“, so Wankmüller, der vor allem den tollen Einsatz aller Beteiligten lobte.

Bereits am Freitagabend war in Möttlingen in einem leer stehenen Wohnhaus ein Feuer ausgebrochen. Laut Polizei brannte das Gebäude in der Weil der Städter Straße fast vollständig aus. Da es in nächster Zeit abgerissen werden sollte, entstand jedoch kein wirtschaftlicher Schaden.
Die Freiwillige Feuerwehr Bad Liebenzell war mit 70 Mann vor Ort, unterstützt durch die Drehleiter der Feuerwehr Calw und den Werkzeugwagen der Feuerwehr Bad Wildbad-Calmbach. Durch den raschen Einsatz konnte ein Übergreifen des Feuers auf Nachbargebäude, unter anderem eine Gastwirtschaft, verhindert werden.