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Der Darmsbacher Firmenchef Christoph Ochs zeigt anhand eines alten Luftbilds, dass schon vor Jahrzehnten der Betrieb da war – und nur wenige Wohnhäuser. Foto: Ketterl
Der Darmsbacher Firmenchef Christoph Ochs zeigt anhand eines alten Luftbilds, dass schon vor Jahrzehnten der Betrieb da war – und nur wenige Wohnhäuser. Foto: Ketterl
07.06.2013

Darmsbacher Anlieger fühlt sich durch Lärm und Gestank beeinträchtigt

Dem Darmsbacher Bürger Manfred Becker stinkt’s und er lärmt gegen Lärm. Auf zehn Seiten hat er seine Einwendungen gegen „unzumutbare Belästigungen“ zusammengefasst. In den vergangenen Wochen sind damit Landratsamt, Regierungspräsidium, der Remchinger Bürgermeister Luca Wilhelm Prayon und die Fraktionsvorsitzenden im Gemeinderat konfrontiert worden.

Als angrenzender Nachbar in der Lindenstraße fühlt sich Becker in seiner Lebensqualität durch Hochgeschwindigkeitstrennanlagen erheblich beeinträchtigt. Seit Februar sind dort in der gemeinsamen Fabrikhalle der beiden Firmen Max Simmel Produktions Gmbh und Ifutec Produktions Gmbh (IPG) die Maschinen installiert, die Becker Rohrstanzen nennt. Wegen der im Sekundentakt erfolgenden Trennvorgänge fühlt er sich „wie auf einem Geschützübungsplatz.“

Als Kritikpunkte listet er auf: „Fast alle Fenster, Türen und Tore sind geöffnet (abhängig von der Außentemperatur). Im Sekundentakt schlägt die Rohrstanze auf Blech, Rohr und anderes. Öldämpfe und Aerosole der ölgekühlten Fräsen werden ungefiltert in die Nachbarschaft entsorgt. Ungedämmter Lärm beschallt die Anwohner.“

Die „Pforzheimer Zeitung“ hat eine Abschrift von Beckers Beschwerden erhalten. Christoph Ochs hatte erst am 1. Februar dieses Jahres gemeinsam mit seinem Geschäftspartner das schon 1918 in Pforzheim gegründete Traditionsunternehmen Max Simmel übernommen und als Geschäftsführer „aus der Insolvenz geführt und damit zehn Arbeitsplätze gerettet.“ Er ist überrascht. Erst von der PZ habe er von den Vorwürfen erfahren. „Was wir in Darmsbach tun, entspricht den gesetzlichen Vorgaben“, steht für den Chef fest, dessen Firmensitz Karlsbad-Langensteinbach ist. Die Schallschutzvorgaben würden eingehalten, sagt Ochs, auch für die neu aufgestellten drei Hochgeschwindigkeitstrennanlagen, von denen immer nur eine laufe. Es stimme, dass durch die Fräsmaschinen Geräusche entstünden: „Mir ist aber nicht bekannt, dass die Grenzwerte überschritten würden.“ Dennoch versuche er in den Punkten entgegen zu kommen, bei denen das gehe: „Was die offenen Türen und Fenster der Halle betrifft, ist das ein Rad, an dem wir drehen können.“

„Der Gemeinderat wurde nichtöffentlich über das Schreiben informiert“, berichtete Bürgermeister Prayon. Er selbst habe mit Unternehmer Ochs noch nicht gesprochen, aber dies im Rahmen seiner Firmenbesuche vor. „Wenn die Grenzwerte überschritten werden sollten, müsste man eingreifen.“ Eben das will das Umweltamt des Landratsamtes Enzkreises klären. „Zwei Mitarbeiter aus unserem Haus werden kurzfristig nach Darmsbach zu einer Betriebskontrolle fahren“, kündigte Umweltamts-Chef Axel Frey an. Orientierende Schallmessungen würden ebenso vorgenommen wie die Prüfung, ob baurechtliche Genehmigungen notwendig seien.

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