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Kurt Roller ist es Leid Bäume nur noch mit einem Kreuz zu markieren. Nun sprüht der Rentner farbenfrohe Gesichter.  Foto: G. Meyer 

Darum sprüht ein Rentner farbige Gesichter auf Bäume im Nordschwarzwald

Bad Wildbad-Hünerberg. Wer aktuell in Richtung des Bad Wildbader Höhenorts Hünerberg fährt, dem leuchten aus einem dunklen Tannen- und Fichtenwald wie eine Fantasystory vielfarbige Gesichter entgegen. Aus der Wirklichkeit geholt und ins Reich der Bilder versetzt hat die harte Borkenkäferplage Kurt Roller. Seine Baummenschen beobachten mit großen Augen, was hinter der eigenen Rinde vorgeht und setzen dem drohenden dunklen Verfall durch die Borkenkäferplage ihre frische Farbenwehr entgegen.

„Unten im Eck“, da, wo sich die ersten wenigen Hünerberg-Häuser an den Hang schmiegen, hat es angefangen. Roller, Miteigentümer eines Waldstücks, machte den Feind in einer seiner hohen Fichten aus und nahm, wie man es im Forst so macht, das Markierspray zur Hand. Als Rentner mit einem umfangreichen Freizeitkonto und als Mann mit Fantasie genügte es ihm aber nicht, nur ein Kreuzchen auf den offenbar todgeweihten Baum zu sprühen.

„Aus Jux“, aber mit wacher Liebe zum Wald und den Geschichten, die in ihm schlummern sowie mit ebenso viel Sinn für die gegenwärtige Gefährdung rundete sich das orangefarbene Kreuz plötzlich zu einem Gesicht. Welch’ ein Glück, dass es die Spraydosen für den Forstgebrauch in einer umfangreichen Farbpalette gab. Bald schaute von der Fichtenrinde aus ein freundlicher Herr mit kugelrunden blauen Augen, gelber Nase, weißer Brille und grünem Hut – doch nicht auf die Außenwelt, sondern sozusagen in das eigene Innere.

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