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Eine (Heimat-) starke Truppe: Anke Nonnenmacher, Petra Beck, Manfred Eiselein, Margarete Arny sowie Helga Schaßberger vom OGV Kieselbronn (hinten von links) und die Kinder der „Wilden Bienen“ Sophia, Max, Max, Elisa, Dario, Emelie, Philipp, Phillip sowie Maximilian (vorne von links) freuen sich aufs Vesper. Die Kresse fürs Butterbrot hat Eiselein passend zum PZ-Besuch eine gute Woche vorher ausgesät. Foto: Meyer
18.04.2019

Das junge Gemüse aus dem Kinder-Garten: „Heimatstark“ bei Kieselbronner Nachwuchs-Gärtnern

Wenn die „Wilden Bienen“ ausschwärmen, ist mächtig was los beim Obst- und Gartenbauverein (OGV) Kieselbronn. Einmal im Monat – immer freitagnachmittags – trifft sich die Kindergruppe im Lehrgarten am Ortsrand. Fünf bis 30 kleine Hobbygärtner im Alter von etwa sechs bis zwölf Jahren sind regelmäßig dabei. Dann wird gehackt, gerecht, gesät, geerntet und – ganz wichtig – gegessen. Denn von wegen „Kinder mögen kein Gemüse“ – selbst angebaut schmeckt’s hervorragend. „Heimatstark“ hat die Truppe besucht und ein paar Tipps mitgebracht.

„Mit unserer Kindergruppe sind wir bei jedem Wetter draußen“, sagt Petra Beck, die stellvertretende OGV-Vorsitzende. Und wenn’s mal regnet? „Dann macht es trotzdem Spaß“, lacht die neunjährige Elisa. Sie ist eine der „Wilden Bienen“, die an diesem sonnigen Nachmittag Tag mit Feuereifer im Garten werkeln: Kartoffeln stecken, Karotten säen, Rasen aussäen und mit Brettchen an den Füßen festtreten. „Das muss nicht perfekt werden, sie sollen nur sehen, wie’s funktioniert“, lacht Beck angesichts des wilden Treibens, bei dem die Erde nur so spritzt. 2012 wurde die Gruppe gegründet – und seither kümmern sich zahlreiche Helfer regelmäßig um die Kinder. „Unser Ziel ist es, den Kindern die Natur nahezubringen, und ein gewisses Verständnis für gesunde Ernährung und Lebensmittel zu schaffen“, sagt Beck. Deshalb werden Obst und Gemüse nicht nur angebaut, sondern nach der Ernte auch gleich zusammen mit den Kindern verarbeitet und gegessen.

Bildergalerie: Die "Wilden Bienen" beim Obst- und Gartenbauverein Kieselbronn

„Wenn die Äpfel reif sind, machen wir Apfelküchle. Wenn die Kartoffeln rauskommen, gibt’s selbstgemachte Pommes“, sagt beck: „Die schmecken viel besser als die gekauften.“ Hoch im Kurs stehe bei den Kindern auch alles, was man roh essen könne. „Wenn wir mit einem Schäler spiralförmige Schlangen aus Gelberüben oder Kohlrabi abziehen, stürzen sich alle drauf“, sagt Gemüse-Expertin Margarete Arny – und die leuchtenden Augen der Kinder, die sich gerade Butterbrote mit Radieschen, Paprika und Kresse machen, geben ihr Recht. Emilie (9) mag am liebsten Paprika. Gekocht oder roh? „Einfach so!“ Hat erst einmal die Obst- und Beeren-Saison begonnen, wird Fruchteis, Saft oder Marmelade gemacht.

Auch darüberhinaus ist das Programm vielfältig: Osternester, Vogelhäuschen oder Drachen werden gebastelt. Der Förster war schon da. Am Kinderferienprogramm beteiligt sich der OGV. Fürs Kirschenfest auf dem Vereinsgelände am 16. Juni studieren die Kinder das Märchen „Rübenziehen“ ein.

Die Voraussetzungen für die Nachwuchsarbeit sind optimal in Kieselbronn: Neben dem 3000 Quadratmeter großen Lehrgarten mit Beeten, Büschen, Bäumen, Beeren und Kräutern verfügt der rund 340 Mitglieder starke OGV auch über ein Vereinsheim mit großer Küche. „Das hat nicht jeder Ortsverband“, sagt der Vorsitzende Manfred Eiselein. Vereinzelt gebe es auch andernorts aktive OGV-Kindergruppen, etwa in Königsbach oder Niefern. Selbstverständlich sei das aber noch längst nicht. Und auch der Kreisverband habe die Arbeit in Kieselbronn als vorbildlich erkannt: „Da durfte ich schon einen Vortrag über unsere Wilden Bienen halten“, so Eiselein.

Sieben Tipps rund ums Gärtnern lesen Sie am Samstag, 20. April, in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.