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Seit Monaten behindert ein Wagen aus Frankreich beim Schömberger Friedhof die Zufahrt zum Container. Der Besitzer sollte sich schleunigst melden. Es droht die Schrottpresse.
Seit Monaten behindert ein Wagen aus Frankreich beim Schömberger Friedhof die Zufahrt zum Container. Der Besitzer sollte sich schleunigst melden. Es droht die Schrottpresse.
24.11.2016

Dauerfalschparkern und Blockierern droht Schrottpresse

Ein nicht korrekt abgestellter Wagen sorgt seit Wochen für Ärger in Schömberg: Am Parkplatz beim Friedhof behindert das französische Fahrzeug die Zufahrt zu einem Container. Jetzt hat die Gemeinde weitreichende Konsequenzen angedroht: Sollte der Besitzer sein Auto bis zum 5. Dezember nicht wegstellen, gehe der Wagen in den Besitz der Gemeinde über und werde verschrottet, kündigt die Verwaltung im Amtsblatt an. Von solchen Fällen können viele Gemeinden ein Lied singen, wie ein Blick nach Mönsheim und Mühlacker zeigt.

Der Schömberger Ordnungsamtsleiter Daniel Schabbach muss ebenfalls nicht zum ersten Mal einschreiten. Immer mal wieder stünden abgemeldete Wagen ohne Nummernschild im Wald. Um die Schrottautos müsse sich die Gemeinde dann genauso kümmern wie nun um den Audi aus Frankreich, der aber noch einen guten Eindruck macht. Der Wagen stehe seit geraumer Zeit auf dem Parkplatz, die Polizei habe ihn Anfang September zum ersten Mal überprüft. Zunächst sei er korrekt abgestellt gewesen und habe niemanden behindert. Dann wurde er offensichtlich bewegt und stehe nun sehr unglücklich auf dem Areal. Grund genug für die Gemeinde, aktiv zu werden.

Man habe die Adresse des Halters in Frankreich ausfindig gemacht und ihn angeschrieben, berichtet der Ordnungsamtsleiter. Leider habe der Autobesitzer nicht reagiert. Deshalb sei nun der Weg über das Amtsblatt gewählt worden – bisher ebenfalls ohne Erfolg. Nach einer weiteren Veröffentlichung und dem Ablaufen der gesetzten Frist werde die Gemeinde nicht länger abwarten, so Schabbach. Da der Wagen so lange auf einer öffentlichen Fläche stehe, gehe er nach der Frist in den Besitz der Gemeinde über und werde abtransportiert.

Zunächst werde der Wagen auf dem Bauhof-Gelände abgestellt. Sollte sich der Besitzer aber weiterhin nicht melden, landet der Audi in der Schrottpresse – oder er wird der Feuerwehr für Übungszwecke zur Verfügung gestellt. Die Kosten für Abschleppen und Verschrottung bleiben an der Gemeinde hängen, so Schabbach. So sei es auch bei zwei anderen Autos gewesen, die vor einiger Zeit in Langenbrand abgestellt worden waren: Eines stand monatelang auf dem Wanderparkplatz, das andere wurde mitten im Wald entsorgt.

In Mönsheim stand ein englisches Fahrzeug rund sechs Monate auf einem Parkplatz im Gewerbegebiet, so der Vollzugsbedienstete Dirk Albrecht. Es sei nicht gelungen, einen Halter festzustellen. Da der Wagen aber noch einen gewissen Restwert hatte, ließ die Gemeinde ihn zunächst stehen. Dann jedoch wurde das Auto aufgebrochen – Totalschaden. Das machte die Entscheidung leichter: Der englische Wagen wurde verschrottet. Genauso wie ein rumänischer BMW, der im August auf einem Feldweg zwischen Mönsheim und Heimsheim abgestellt worden war. An dem Auto fehlten nach einigen Wochen die Kennzeichen – wenig später wurde es von unbekannten Tätern angezündet.

Wie Ulrich Saur vom Rathaus in Mühlacker berichtet, ist ein Einschreiten gar nicht so einfach, solange die Fahrzeuge ordnungsgemäß zugelassen und verkehrssicher sind und rechtmäßig parken. Nur Anhänger dürfen maximal zwei Wochen unbewegt im öffentlichen Verkehrsraum abgestellt werden. Er ergänzt, dass Hinweise auf Dauerparker selten seien. Die Anwohner befürchten teilweise, dass es sich um ein gestohlenes Auto handeln könne – meist wohne der Besitzer aber in der Nähe. Bei abgemeldeten Fahrzeugen werde der letzte Halter aufgefordert, das Fahrzeug unverzüglich zu entfernen. Darüber hinaus erhält der Verantwortliche eine kostenpflichtige Verwarnung sowie einen Gebührenbescheid wegen einer unerlaubten Sondernutzung.