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„Macht den Weg frei“: Die Darmsbacher befürchten, während des Umbaus der A8 besonders von Nöttingen abgehängt zuwerden. Dagegen protestierten rund 120 Menschen und machten den Weg für eine Stunde als Signal schon mal dicht.
08.08.2012

Demo für Fußgängerröhre durch A8-Damm

Abgehängt wollen die Darmsbacher nicht werden. Am Mittwochabend waren rund 120 von ihnen, unterstützt auch von Bürgern aus anderen Remchinger Teilorten, auf der Straße. Genauer gesagt, auf der Linden- und der Tullastraße. Denn dort, wo die derzeit einzige Verbindung der Darmsbacher zur Außenwelt ist, soll es bald losgehen mit dem Bau der neuen A8. Und die wird auf einem hohen Damm liegen, durch den nach bisherigen Plänen kein Durchkommen mehr ist. Anwohner wollen den Druck aufs Regierungspräsidium Karlsruhe hoch halten, daran noch etwas zu ändern.

Bildergalerie: A8-Demo in Darmsbach

Warum, das war auf den Demo-Transparenten zu lesen. „Ich will zu meinem Freund“, stand auf dem Schild eines Jungen, „Sperrt uns nicht ein“ auf einem anderen. Senioren trugen die Frage „Wie kommen wir zum Friedhof und zur Kirche?“ und andere forderten „Lasst uns hier durch“. Der Durchlass zur Tullastraße, der seine Bedeutung für den Fahrzeugverkehr verliert, wenn die derzeit umgebaute Kreisstraße im Norden des Ortes bald wieder offen ist. Aber für die Fußgänger, das berichten viele im Protestzug, ist der Durchlass eine zentrale Verbindung nach Nöttingen. Dorthin gibt es viele Verflechtungen –nicht nur bei Kirche und Friedhof, auch zu Vereinen, Läden und Einrichtungen. Eine Röhre durch den A8-Damm fordern die Darmsbacher. Zumal sie die Umwege während der dreijährigen Bauzeit völlig unzumutbar finden.

Am Durchlass sammelt die Bürgerinitiative Unterschriften für ihre geforderte Röhre. An einer ausgehängten Tür daneben hängt eine Planzeichnung von Initiator Georg Moerschner-Guthmann, wie ein Fußgängerdurchlass aussehen könnte, den er auf rund 130 Meter Länge taxiert. Er würde gerne exaktere Vorschläge machen, sagt er, aber das Regierungspräsidium würde Fragen dazu nicht beantworten und Pläne nicht vorlegen. Bei der Demonstration rief Moerschner-Guthmann dazu auf, die zuständigen Planer so lange mit telefonischen Anfragen einzudecken, bis die Bürger mehr Antworten erhielten. Auch die Demos sollen weitergehen. Man könne ja schon mal vorführen, was die Tullastraße künftig sein werde, so Moerschner-Guthmann: „Eine sinnlose Sackgasse.“

Viel Verkehr aus dem Ort halten

Darin sieht Remchingens Bauamtsleiter Udo Schneider sogar einen Vorteil der Straßenbaupläne: Sie brächten viel Verkehr aus dem Dorf hinaus. Das gestehen auch die Kritiker zu. Vor dem Protestzug hatte sich noch Feierabendverkehr vorbeigequetscht, ehe die Polizei die Straße sperrte. Von Demonstranten war auch Kritik an zu wenig Unterstützung durch die Verwaltungsspitze geäußert worden. Schneider stellte sich aber den Fragen der Bürger. Und er betonte: Das RP befasse sich entgegen der Befürchtungen der Initiative sehr wohl mit Verbesserungen für die Fußgänger: „Und das ist schon mal ein großer Erfolg für die Bürgerinitiative.“