nach oben
Mit einer großen Presse haben die Mitglieder der Froschwaidbande den Johannisbeersaft gewonnen. Von links: Reinhard Reiling, Harald Frei, Edgar Reiling, Kellermeister Conny Vielsack, Ulrich Schaier und Marco Baier. Foto: Martin Schott
Mit einer großen Presse haben die Mitglieder der Froschwaidbande den Johannisbeersaft gewonnen. Von links: Reinhard Reiling, Harald Frei, Edgar Reiling, Kellermeister Conny Vielsack, Ulrich Schaier und Marco Baier. Foto: Martin Schott
17.07.2015

Der „Hansel“ ist im Fass

Kämpfelbacher Kulturverein Froschwaidbande pflegt Tradition des Johannesbeer-Weins – Großes Fest folgt

„Was machen Sie nur mit dieser gewaltigen Menge Johannisbeeren?“ Diese Frage wurde den Mitgliedern der Kämpfelbacher „Froschwaidbande“ gestellt, als sie bei der Obstbaugenossenschaft in Offenburg vorfuhren, um fast eine Vierteltonne der roten Träubchen in den Transporter zu laden. „Wir machen Hansel!“ war die Antwort der Bandenmitglieder, mit der der Frager allerdings nicht viel anfangen konnte. Den Begriff kennt man nicht in der Ortenau, woher die Beeren stammen, und auch andernorts dürften die wenigsten mit „Hansel“ etwas anfangen können. Ganz anders im Kämpfelbachtal. „Hier gibt es eine lange Tradition der Herstellung von Wein aus Johannisbeeren“, wissen Conny Vielsack und Harald Frei von der Froschwaidbande.

Kleinkunst und Kulturpflege haben sich die Vereinsmitglieder zur Aufgabe gemacht. Dazu gehört auch das Bewahren lokaler kulinarischer Spezialitäten. Und dazu gehört der „Hansel“, dieser süffig-gefällige und in jeder Hinsicht gehaltvolle Trank aus vergorenen roten „Hansträublen“ und die Kunst seiner Herstellung. Doch während es früher gang und gäbe war, dass in vielen Haushalten aus den Johannisbeeren des eigenen Gartens der eigene „Hansel“ hergestellt wurde, drohte in der modernen Zeit diese Tradition zu verschwinden. Das rief vor Jahren die Froschwaidbande auf den Plan. Sie ist heute der Gralshüter der lokalen Hansel-Tradition, und ein Höhepunkt für die beachtliche Fangemeinde dieses außergewöhnlichen Weines ist das „Hanselfest“, das in zweijährigem Rhythmus stattfindet.

In diesem Sommer ist es wieder so weit. Für alle Freunde des roten Weines haben die Bandenmitglieder die gute Nachricht: „Der Hansel ist im Fass, und die Gärung läuft vielversprechend“, erklärt Kellermeister Conny Vielsack. In dessen Gewölbekeller läuft die mit viel Aufmerksamkeit und noch mehr guten Wünschen begleitete Wandlung vom Saft zum Wein ab. Zuvor waren die 230 Kilogramm Beeren mit einer Raspel zerkleinert und fünf Tage lang eingemaischt worden. Entsprechend intensiv rot war der Saft, den die Froschwaidwinzer daraufhin abpressen konnten.

Mit einer ordentlichen Menge Zucker angereichert, mit Wasser auf die richtige Konzentration gebracht und mit passender Hefe versetzt, läuft nun die Gärung ab. Der Endpunkt steht fest: Am 15. August veranstaltet die Froschwaidbande ihr großes „Hanselfest“ auf dem Ersinger Dorfplatz.

Mehr lesen Sie am Samstag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news .