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Pascal Wild aus Tiefenbronn mit seinen Kettensägen: Wo andere Brennholz machen, schnitzt der junge Mann detaillierte Figuren aus dem Holz. Foto: Seibel
Pascal Wild aus Tiefenbronn mit seinen Kettensägen: Wo andere Brennholz machen, schnitzt der junge Mann detaillierte Figuren aus dem Holz. Foto: Seibel
In seinem Element: Einen Großteil seiner Freizeit verbringt der 18-Jährige im Walde, um an neuen Figuren, wie hier einem Pilz, zu arbeiten.
In seinem Element: Einen Großteil seiner Freizeit verbringt der 18-Jährige im Walde, um an neuen Figuren, wie hier einem Pilz, zu arbeiten.
Sechs Stunden braucht Wild, um aus einem Holzklotz diese Eule zu sägen.
Sechs Stunden braucht Wild, um aus einem Holzklotz diese Eule zu sägen.
30.12.2015

Der Holzschnitzer mit den Kettensägen

Wenn man an Kettensägen denkt, kommt einem zunächst das eher grobschlächtige Sägen von Brennholz für den Ofen in den Sinn. Das ging auch Pascal Wild aus Tiefenbronn eine lange Zeit so. Im Januar dieses Jahres machte der 18-Jährige seinen Kettensägenschein, in erster Linie, um seiner Familie beim Brennholzmachen zu helfen. Davon gibt es im familieneigenen Waldstück genug.

Erst ein Schnitzkurs im August eröffnete eine neue Welt für den Auszubildenden zum Fahrzeuginnenausstatter. Den Kurs belegte Wild beim amtierenden Weltmeister der Kettensägenkunst – und entdeckte sie für sich selbst. „Ich habe vom Besten gelernt“, erinnert sich der junge Mann schmunzelnd. Inzwischen verbringt Wild fast jede freie Minute im Wald.

Schon in der Schule hat der Tiefenbronner im Kunstunterricht lieber plastische Figuren gebaut, als Bilder gemalt. „Die praktische Arbeit liegt mir einfach mehr“, sagt Wild. Was aber nicht heißen soll, dass man für die Kunst mit der Kettensäge kein Fingerspitzengefühl bräuchte. „Man muss mit dem ganzen Körper arbeiten, um die Säge ruhig zu halten“, erklärt der Tiefenbronner.

Ein Freund eher ungewöhnlicher Hobbies war der 18-Jährige schon immer. Nun kann Wild neben Tauchen und Footballspielen auch die Kunst mit der Kettensäge dazuzählen. „Meine Freunde finden das cool“, sagt der junge Mann über Reaktionen seines Umfelds zu seiner neuen Lieblingsbeschäftigung: „Meine Figuren stehen auch bei uns im Haus und im Garten.“

Aus dem neuen Hobby hat sich zudem eine Sammelleidenschaft des 18-Jährigen entwickelt. Fünf Kettensägen waren bereits im Besitz der Familie, drei weitere hat sich der Azubi dazugekauft. Die Sägen variieren nach Stärke, Größe und Gewicht, je kleiner, desto feiner der Schnitt. Wild träumt von einem 2000 Euro teuren Modell mit einem 8,6 PS starken Motor. „Das ist die größte serienmäßige Kettensäge, die es auf dem Markt gibt“, schwärmt der 18-Jährige.

Der größte Traum des Tiefenbronners ist es, sein Hobby einmal zum Beruf zu machen. Einen ersten Schritt in die Richtung macht der junge Mann im Sommer nächsten Jahres.

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