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Martin Ehlers und Knittlingens Leiterin des Faustmuseums/Faustarchivs, Denise Roth, präsentieren das älteste Buch des Maulbronner Stadtarchivs. Prokoph
Martin Ehlers und Knittlingens Leiterin des Faustmuseums/Faustarchivs, Denise Roth, präsentieren das älteste Buch des Maulbronner Stadtarchivs. Prokoph
22.05.2016

Der Mythos Faust lockt nach Knittlingen

Knittlingen. Faust gehört auch heute noch zu den Themen, die viele faszinieren. Rund 30 Besucher hatten sich zu dem Vortrag „Mythos Faust“ von Maulbronns Stadtarchivar, Martin Ehlers, im Knittlinger Faustmuseum eingefunden. „Das Motto des diesjährigen internationalen Museumstages heißt Vernetzung in den Kulturlandschaften“, erläuterte die Leiterin des Faustmuseums/Faustarchivs, Denise Roth, den Interessierten.

Deshalb habe sie mit Martin Ehlers aus Maulbronn einen Kenner der Geschichte gefunden, der einen interessanten Einblick in das älteste Buch des Maulbonner Stadtarchivs gab, das von dem Knittlinger Faut handelt.

Gegen den Hexenwahn

Im lateinischen Werk, „De Praestigiies Daemonum“ (zu Deutsch: „Von den Blendwerken der Dämonen“) aus dem Jahr 1583 befasst sich der Autor, Johannes Weyer (1515 bis 1588), Hofarzt des Herzogs von Jülich-Kleve und Schüler des Okkultisten, Philosophen, Theologen und Arztes Agrippa von Nettesheim (1486 bis 1535) auf 500 Seiten mit dem Thema. Im Buch engagiert sich Weyer gegen den Hexenwahn und warnt vor Teufelspakten. „Der prominenteste Vertreter für derlei Abkommen ist die legendäre Gestalt des Doktor Faust“, führte Ehlers aus und zeigte Bilder aus dem Buch.

Anzunehmen sei, dass der frühere Landrat und Klosterstädter Ehrenbürger Hermann Röger aus Maulbronn, den Band einst für das Maulbronner Oberamt beziehungsweise Landratsamt erworben habe. Denn im Jahr 1923 erschien ein Beitrag von Röger über „Dr. Faust“, in dem Bezug auf das lateinische Buch „De Praestigiies Daemonum“ genommen wurde. Röger sei es zu verdanken, dass nach der Auflösung Maulbronns als Oberamt im Jahr 1938, zu dem auch Knittlingen gehörte, die Klosterstadt und Knittlingen betreffende Bände und Grafiken nach Maulbronn kamen.

Im Anschluss an den Vortrag führte Denise Roth Interessierte durch das Museum. Die Geschichte um Faust und die damaligen Umstände interessierte auch die Besucher Ulrike Müller und Irene Frank aus Bruchsal, Irena Nimcenko aus Knittlingen sowie Bernd Schilling aus Karlsruhe. Die regionale Geschichte sei dabei interessant, sagten sie.

Zwischen 15 und 18 Uhr gab es im Faustarchiv Kaffee und Kuchen der Knittlinger Landfrauen gegen eine Spende. ip