nach oben
In Schwarzenberg (Foto) und Bieselsberg gibt es Kritik an der Bus-Versorgung: Die Orte fühlen sich abgehängt.
In Schwarzenberg (Foto) und Bieselsberg gibt es Kritik an der Bus-Versorgung: Die Orte fühlen sich abgehängt.
11.12.2016

Der Schömberger Bus-Ärger soll gebremst werden

Der Schömberger Bus-Ärger soll bald geklärt werden. Im Januar wollen sich alle Beteiligten im Schömberger Rathaus treffen und über die Kritikpunkte sprechen, die im Gemeinderat geäußert wurden.

Bürgermeister Matthias Leyn wird mit Vertretern vom Calwer Landratsamt, den Busfirmen und den Fraktionen ausloten, ob Verbesserungen möglich sind. Das Ergebnis ist jedoch offen, wie alle betonen. „Die Versorgung ist ausreichend, soweit uns der Bedarf bekannt ist“, meint Gisela Volz vom gleichnamigen Bus-Unternehmen.

„Verkürzt dargestellt“

Im Gemeinderat hatte Andreas Ehnis (CDU) deutliche Kritik geäußert. Schömbergs Ortsteile fühlten sich abgehängt, sagte er und bemängelte, dass die Busse zu selten und teilweise große Umwege fahren. Das betreffe vor allem die Schülerbeförderung nach Bad Liebenzell und Calw. Außerdem beanstandete er die Kosten der Schülermonatskarte: Sie sei teurer als beim Verkehrsverbund Pforzheim Enzkreis (VPE), der ein deutlich attraktiveres Liniennetz habe. Außerdem habe sich der Kreis an der jüngsten Preiserhöhung nicht beteiligt, die Mehrkosten gingen allein zulasten der Eltern. CDU-Fraktionschef Joachim Zillinger ergänzte, dass auch die Reha-Kliniken das dürftige Bus-Angebot für ihre Patienten beklagen.

Beim Landratsamt und den Busfirmen möchte man die Beschwerden so nicht stehenlassen. „Das ist alles sehr verkürzt dargestellt“, so Michael Stierle, der beim Landratsamt für den ÖPNV zuständig ist. Zum Beispiel die Preisgestaltung: Früher sei der Zuschuss des Landkreises bei der Schülerbeförderung festgeschrieben gewesen. Das bedeutet: Jede Erhöhung ging ausschließlich zulasten der Eltern – damals habe es nie Beschwerden gegeben. Vor vier Jahren habe man diese Regelung dann nach langwierigen Diskussionen geändert. Nun entscheiden die Kreisräte jedes Jahr, ob sich die Kreisbehörde an der Erhöhung beteiligt. Seither habe der Kreis zweimal die Hälfte der Mehrkosten übernommen. Für das nächste Jahr sei das zwar nicht vorgesehen, aber: „Unterm Strich ist die Änderung trotzdem eine Errungenschaft, das wurde aber nie gewürdigt“, so Stierle. Außerdem fahren die Schulbusse seiner Ansicht nach häufig genug. „Zu den relevanten Zeiten passt es“, sagt er. Zum Schulbeginn in der ersten und zweiten Stunde gebe es genügend Verbindungen.

Das betont auch Bus-Chefin Gisela Volz. Nach dem Rückzug von RVS vor einigen Jahren habe man die Verkehrsangebote neu geordnet, „Wir dachten, der Schülerverkehr wäre gut abgedeckt.“ Davon abgesehen habe es den Wunsch gegeben, dass der Bus Schwarzenberg auch sonntags anfährt, berichtet sie. Der Umweg dauere aber zu lange und das gefährde den Umstieg zur S-Bahn. „Ich kann die Topografie auch nicht ändern“, verweist sie auf die Berg-und-Tal-Fahrt im Kreis Calw.

Auch Bürgermeister Matthias Leyn betont, dass die Bus-Versorgung im ländlichen Raum natürlich schwieriger ist als in der Stadt. Dennoch hofft er, dass die Probleme aus dem Weg geräumt werden, wenn alle Beteiligten an einem Tisch sitzen. Leyn: „Eventuell lässt sich ja doch etwas verbessern.“