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Eigentlich sollte es der glücklichste Tag im gemeinsamen Leben eines Paares sein. Nicht immer verläuft der große Tag so harmonisch.
Die Braut bei der Trauung sitzengelassen © dpa
18.01.2011

Die Braut bei der Trauung sitzengelassen

ENZKREIS/PFORZHEIM. Das Thema Standesamt und Hochzeit eignet immer wieder für unterhaltsame Geschichten. Sibille Seemann, die Leiterin des Pforzheimer Standesamts, kann über den wohl kuriosesten Vorfall aus der Region berichten. Vor Kurzem, so die Ausführungen von Sibille Seemann, habe eine Kollegin den ersten Fall gehabt, bei dem ein Mann während der standesamtlichen Trauung auf die entsprechende Schicksalsfrage mit „Nein“ geantwortet habe.

Auf so etwas, schmunzelt Seemann, habe man im Amt schon lange gewartet. Im Übrigen aber überlegen es sich die angehenden Hochzeitspaare sehr wohl noch anders, allerdings früher: Es sei gar nicht so selten, dass ein Termin wieder abgesagt werde, etwa ein bis zwei Wochen bevor es zur Sache gegangen wäre. Leider, so die Darstellung von Seemann, komme es auch vor, dass erst am eigentlich Trautag, der Termin platzen gelassen werde. Für die Pforzheimer Standesamtsleiterin ein Zeichen dafür, wie lange manche Paare mit ihrer Entscheidung beschäftigt sind. Vielleicht sei das auch besser so. Den Termin allerdings erst am eigentlich Trautag zu verwerfen, sei natürlich kein freundlicher Akt gegenüber den Mitarbeitern des Standesamts.

Rührend ist eine Geschichte aus dem Standesamt der Klosterstadt Maulbronn. Hier lassen sich viele Menschen trauen, weil sie das einzigartige Ambiente der Weltkulturerbestätte schätzen. So mancher, weiß die Standesbeamtin Ursula Windpassinger, bleibe der Liebe wegen in Deutschland hängen und die eingereichten Dokumente würden immer exotischer. Was der erfahrenen Standesbeamtin noch lange in Erinnerung bleiben wird, ist folgende Geschichte: Zur Trauung erschienen alle Gäste, nur das Brautpaar samt Eltern kam nicht. Ein Anruf des Bräutigams bei der Hochzeitsgesellschaft brachte Klarheit: Die hochschwangere Braut hatte ihr Kind just zum Zeitpunkt der geplanten Trauung entbunden. Einen Monat später, erläuterte Ursula Windpassinger, habe die Trauung dann doch stattfinden können: und zwar im Beisein des Babys. So was gehe einem doch wirklich ans Herz. mar

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