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Trommeln für neue technische Lösungen bei Starkstrommasten: Lothar Beckler, Klaus Denzinger und Alexander Braun vom Bundesverband Kompaktleitung durften ihre Sicht der Dinge in der Kieselbronner Festhalle präsentieren. Vor allem politische Vertreter und direkte Anwohner interessierten sich dafür. Foto: Tilo Keller
Trommeln für neue technische Lösungen bei Starkstrommasten: Lothar Beckler, Klaus Denzinger und Alexander Braun vom Bundesverband Kompaktleitung durften ihre Sicht der Dinge in der Kieselbronner Festhalle präsentieren. Vor allem politische Vertreter und direkte Anwohner interessierten sich dafür. Foto: Tilo Keller
23.09.2016

Die Dimension des Stroms - Diskussionsabend in Kieselbronn

Kieselbronn/Enzkreis/Pforzheim. Wenn die neue 380-Kilovolt-Leitung in Zukunft den Strom zwischen Birkenfeld und Ötisheim durch die Region transportiert, kommt sie dem Zuhause einiger Menschen sehr nahe. Einem Ehepaar zum Beispiel, das am Krebspfad in Pforzheim lebt. In der Kieselbronner Festhalle wollten beide am Donnerstagabend deshalb genau wissen, wie die Leitung einmal aussehen könnte.

Sie seien neugierig, ob es andere Lösungen gibt als die altbekannten Stahlgittermasten, sagen die Pforzheimer: „Kleinere Masten klingen gut.“ Das findet auch eine Kieselbronnerin, deren Haus nicht einmal 400 Meter von der Stromleitung entfernt wäre.

Kieselbronns Bürgermeister Heiko Faber hatte den Bundesverband Kompaktleitung eingeladen, um Alternativen zu den bekannten Masten vorzustellen. Ihm gehe es um eine Lösung, die für die Anwohner möglichst verträglich sei, sagt er. Erdkabel sind für die Höchstspannungsleitung ausgeschlossen. Kompaktere Masten aber sind Faber in den bisherigen Überlegungen zu kurz gekommen.

Die wahren Alternativen seien noch nicht diskutiert, finden Klaus Denzinger, Vorsitzender des Bundesverbands, und seine Vorstandskollegen Alexander Braun und Lothar Beckler. Die Planer von TransnetBW hätten zwar Kompaktmasten mit im Blick – aber in Abmessungen, die sie von der Stahlgittertechnik übertragen hätten. Tatsächlich könnte man viel kleiner bauen, so der Verband: mindestens sechs Meter niedriger und vor allem rund zwölf Meter schlanker. Nehme man noch den Bahnstrom von 110 Kilovolt von den Masten und unter die Erde, ginge es sogar zwölf Meter niedriger und 14 Meter schlanker. Erdkabel für Bahnstrom? Das gebe es bislang in ganz Deutschland nicht, hielt Olaf Sener von TransnetBW entgegen. „Wir sagen nicht, dass wir Kompaktmasten politisch nicht wollen“, meinte er. Aber es gebe noch offene technische Fragen zu lösen. Bei Geräuschen kompakterer Leitungen oder der Statik der Masten. „Das muss man sich genau anschauen und das tun wir“, so Sener.

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