nach oben
Eine Obstsorte und ihre Paten (von links): Bernhard Reisch, Obstbau-Experte des Enzkreises, Udo Seiter, Vorsitzender des OGV Bilfingen, Kämpfelbachs Bürgermeister Udo Kleiner, Corinna Benkel vom Landwirtschaftsamt des Enzkreises, Peter Coccius, Stefan Kaufmann, Vorsitzender des OGV Ersingen, Wolfgang Reiling und Thomas Helmling beim Pflanzen der beiden Hochstämme der „Ersinger Frühzwetschge“ im Vereinsgarten des Bilfinger OGV. Foto: Martin Schott
Eine Obstsorte und ihre Paten (von links): Bernhard Reisch, Obstbau-Experte des Enzkreises, Udo Seiter, Vorsitzender des OGV Bilfingen, Kämpfelbachs Bürgermeister Udo Kleiner, Corinna Benkel vom Landwirtschaftsamt des Enzkreises, Peter Coccius, Stefan Kaufmann, Vorsitzender des OGV Ersingen, Wolfgang Reiling und Thomas Helmling beim Pflanzen der beiden Hochstämme der „Ersinger Frühzwetschge“ im Vereinsgarten des Bilfinger OGV. Foto: Martin Schott
29.12.2015

Die Erfolgsgeschichte wächst im Gewann „Lieber Gott“

Die „Ersinger Frühzwetschge“ stand im Mittelpunkt einer Veranstaltung im Gewann „Lieber Gott“. Angenehme Temperaturen und strahlender Sonnenschein ziehen einen derzeit regelrecht nach draußen. Die Aktivitäten im Freien müssen sich allerdings nicht auf Spaziergänge beschränken. Der Boden ist kaum nass, erst recht nicht gefroren, so dass man auch gut zum Spaten greifen, ein Pflanzloch graben, mit guter Erde füllen und ein kleines Bäumchen setzen kann.

So ist es dieser Tage im Vereinsgarten des Obst- und Gartenbauvereins Bilfingen im Gewann „Lieber Gott“ geschehen. Dass es sich bei diesem Pflanzen von zwei jungen Bäumchen um einen besonderen Vorgang handelte, zeigte sich daran, dass neben aktiven Mitgliedern der beiden Obst- und Gartenbauvereine aus Bilfingen und Ersingen auch Kämpfelbachs Bürgermeister Udo Kleiner und Obstbauexperte Bernhard Reisch vom Landratsamt des Enzkreises teilnahmen. Denn bei den beiden im Bilfinger Vereinsgarten gepflanzten Hochstamm-Bäumchen handelt es sich um Exemplare der „Ersinger Frühzwetschge“. Diese besondere Zwetschge, die aus einem Zufallssämling auf Ersinger Gemarkung entstanden ist und den Namen der Kämpfelbachgemeinde, jedenfalls in Obstbaukreisen, europaweit bekannt gemacht hat, ist auch eine der drei „Patensorten“ des Enzkreises.

„Das Land Baden-Württemberg hat die Landkreise dazu aufgerufen, für jeweils drei besondere Obstsorten aus dem jeweiligen Kreis eine Patenschaft zu übernehmen“, informiert Bernhard Reisch. „Im Rahmen der Patenschaft soll über diese Sorten informiert werden. Ziel ist es, dass die Patensorten wieder vermehrt und neu angepflanzt werden“, so der Obstbauexperte über die Hintergründe. Die „Ersinger Frühzwetschge“ zeichnet sich durch ihre Geschichte und ihre besondere obstbauliche Bedeutung aus. Baumwart Karl Wilhelm Vögele aus Ersingen hatte Ende des 19. Jahrhunderts den obstbaulichen Wert der Zwetschgensorte erkannt, die in Ersingen schon lange vorher verbreitet war. Die Früchte der „Ersinger Frühzwetschge“ haben eine schöne blau-violette Farbe, schmecken süß und aromatisch, und das Fruchtfleisch lässt sich gut vom Stein lösen. Vor allem zum Frischverzehr und zur Herstellung von Marmelade oder Kompott wurde sie verwendet. 1896 stellte Vögele die Zwetschge auf der Obstausstellung in Baden-Baden vor und benannte sie nach seiner Heimatgemeinde. Reif ist diese Zwetschge bereits Mitte Juli und sie hat eine für frühe Sorten ungewöhnlich große Frucht.