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Noch ist es in Göbrichen nicht „fünf vor zwölf“, wenngleich das Zifferblatt auf dem 36 Meter hohen Kirchturm während dieser Aufnahme so steht.   Dietrich
Noch ist es in Göbrichen nicht „fünf vor zwölf“, wenngleich das Zifferblatt auf dem 36 Meter hohen Kirchturm während dieser Aufnahme so steht. Dietrich
05.12.2016

Die Göbricher wissen zurzeit nicht mehr, welche Uhrzeit die Glocke schlägt

Jetzt schlägt es dreizehn!“ Wer kennt nicht diese bekannte Redewendung? Doch in dem Neulinger Teilort Göbrichen wissen zurzeit die Einwohner wahrlich nicht mehr, was ihnen die Stunde schlägt. Denn seit Anfang vergangener Woche gibt es durch eine Fehlfunktion nachts auf dem 36 Meter hohen Turm der Kirche Sankt Ulrich in den Viertelstunden einen deutlich höheren Glockenschlag als üblich. Mitunter bis zu 25-mal hat Dekan Chris-toph Glimpel mitgezählt.

Damit das Problem gelöst wird, hat er sofort die Firma Perrot für Turmuhren und Läuteanlagen in Calw verständigt. Da es danach in zwei Nächten wieder wie normal schlug, ging der Gemeindepfarrer davon aus, dass der Schaden behoben ist. Weil die Firma einen eigenen Schlüssel zum Kirchturm hat, bekomme er mitunter gar nicht mit, ob jemand zum Reparieren da war. Eine Rückmeldung erhielt er aber auch nicht, berichtet er. Doch nachdem es in der Nacht von Samstag auf Sonntag wieder mit dem Mehrfachschlagen begann, informierte der Geistliche am Sonntag zu Beginn des Gottesdienst die Besucher. Er werde sich am heutigen Montag bei der Firma über den Stand erkundigen.

Der neue Dekan für Pforzheim Land und Pfarrer für Göbrichen bittet die Einwohner um Verständnis und Geduld, bis der Defekt behoben ist. Denn sowohl ihm als auch Kirchengemeinderatsvorsitzendem Stefan Hofsäß, der ebenfalls in der Nähe der Kirche wohnt, ist es ein Anliegen, dass der Fehler alsbald beseitigt wird. Ob die Turmuhr auch tagsüber mehrfach schlägt, wurde noch nicht beobachtet und auch nicht mitgeteilt. Zwar wohnt der Dekan nahe der Kirche, aber gerade deshalb hört er den Glockenschlag schon fast gar nicht mehr – er ist einfach an die Geräusche gewöhnt.

Trotzdem ist es für die Göbricher noch nicht „fünf vor zwölf“, wenngleich dies eine Aufnahme vom Sonntag auf dem Zifferblatt des Kirchturms anzeigt. Das 1507 als Wehrkirche erbaute Gotteshaus hat in über einem halben Jahrtausend so machen Krieg und Sturm überlebt, so wird die Kirche auch das Mehrfachschlagen der kleinen Glocke gut überstehen.

Auch früher Probleme

Beim Stundenschlag läuft übrigens alles normal: Es schlägt hier niemals mehr als zwölfmal. Wie sich ein Nußbaumer erinnert, gab es vor rund 50 Jahren schon einmal ein Problem mit der Anzahl der Schläge. Durch einen technischen Defekt schlug die große Glocke auf dem 33 Meter hohen Turm der Kirche Sankt Stephan in den vollen Stunden immer einmal mehr als die korrekte Uhrzeit. Doch als es 12 oder 24 Uhr war und Einwohner gespannt mitzählten, hörte die Glocke beim zwölften Mal immer auf zu schlagen. Das Problem damals wurde behoben – und die Göbricher hoffen, dass es auch diesmal nicht mehr lange dauert, bis die Viertelstunden wieder korrekt geläutet werden.

Übrigens: Wie die PZ berichtet hat, gibt es derzeit auch in Pforzheim Probleme mit den öffentlichen Uhren. Die Zeit wird bei einigen nicht korrekt angezeigt. Aber immerhin: Vom übermäßigen Glockenschlagen blieben die Goldstädter bisher verschont.