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Die Große Garde der Faschingsgesellschaft Gräfenhausen auf ungewohnter Bühne in Niebelsbach. Jürgen Keller
Auch die Mittlere Garde zeigt tolle Schautänze beim närrischen Auftakt.
Tanzmariechen Laureen Kuhn
08.11.2015

Die Klemmer auf der Suche nach einem Narhalla

„Stimmung, Spaß und kein Krawall, wir feiern friedlich Karneval“, so hat Harald „Olli“ Pfisterer, der Präsident der Gräfenhäuser Faschingsgesellschaft „Die Klemmer“, das närrische Publikum begrüßt. Allerdings nicht wie gewohnt in der heimischen „Sixt-Narhalla“, sondern wegen der Flüchtlingswelle, die auch Gräfenhausen mit der Sperrung der Halle erreicht hat, in der Adolf-Köhler-Halle des TV Niebelsbach.

Mit dem Motto, das auch den Jahresorden der Klemmer ziert, hat die Faschingsgesellschaft ein Zeichen gegen Gewalt und Übergriffe in der Faschingszeit gesetzt. Verzichten musste das närrische Volk auch auf die närrische Rede des Präsidenten, denn dem Narrenkappo war der Stress mit der kurzfristigen Suche nach einem neuen Domizil noch ins Gesicht geschrieben. Den Präsidenten sprachlos machte die große Verbundenheit unter den Faschingsgesellschaften, denn im Vorfeld hatte die FG Schellau aus Schellbronn, aus der Not heraus das Angebot gemacht, eine gemeinsame Veranstaltung in Schellbronn auf die Beine zu stellen. Kopfzerbrechen bereiten dem Sitzungspräsidenten allerdings die weiteren Klemmer-Veranstaltungen wie die große Prunksitzung im Januar und der Kindernachmittag zum Faschingsausklang, denn hier gibt es noch keinen Veranstaltungsort.

Trotz des verkürzten und modifizierten Programms haben die Klemmer für großen Unterhaltungswert gesorgt. Weg vom alten Klischee mit traditionellen Büttenreden und Sketchen, war die Devise des Sitzungspräsidenten. Im Kirschengäu war Musik, Party und Tanz angesagt. Entscheidenden Anteil daran hatte die Pforzheimer Partyband „Daddys“, die mit Tanz- und Stimmungsrunden für beste Stimmung in der vollbesetzten Halle sorgte. Mehr als eine Augenweide waren die begeisternden Schautänze der kleinen, mittleren und großen Klemmer-Tanzgarden. Für Begeisterung mit Zugabeforderung sorgten auch die grandiosen Auftritte des kleinen Tanzmariechen Laureen Kuhn und der Gardemarsch von Jaqueline Kuhn, dem großen Tanzmariechen. Die scheidende Ameisenprinzessin Nina I. bedauerte, dass mit der Rückgabe des Kirschenzepters für sie die Regentschaft nun endet, denn sie war mit Leib und Seele dabei.

Die Klemmer wären aber kein Faschingsverein, wenn sie nicht jedes Jahr eine neue Prinzessin präsentieren würden. Sichtlich angetan war der Narrenkappo, als sich verkleidet unter einer Kutte mit Monique, die Kammerzofe von Verena I (Prinzi aus der Kampagne 2013/2014) präsentierte. Mit einem dreifachen „Klemmrio Hellau“ forderte die gelernte Gärtnerin aus Schömberg das Publikum auf, sich in das bunte Treiben hinein zu stürzen. Die Stimmung hoch gehalten haben zum Finale die Guggenmusiker der „Grawama Schbarglbadscher“, die seit zwölf Jahren in Folge ohrenbetäubend bei den Klemmern die Mauern auf ihre Standfestigkeit prüfen und sich in den bunten Kostümen seit ihrem 22-jährigen Bestehen präsentierten. Nach überstandenem Probejahr wurde Elferratsanwärterin Verena Schumacher, die Prinzi aus der Kampagne 2013/2014, mit einer Taufe durch den Elferratspräsident Thomas Gänger in den Kreis aufgenommen.