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Im Wahlkreis Birkenfeld, Straubenhardt will Martin Steiner, Birkenfelds Rathauschef, auf der CDU-Liste das nachholen, was ihm 2014 kurz nach seiner Wahl wegen seines noch laufenden Umzugs in den Enzkreis verwehrt blieb. Auch er betont die Bedeutung, Einfluss nehmen zu können auf kreisweite Entscheidungen, die sich in jeder Kommune auswirken.  Foto: efte 

Die Kreistagswahl 2019 verspricht, extrem spannend zu werden

Enzkreis. Im Kreistag des Enzkreises werden für dessen 28 Städte und Gemeinden wichtige Weichen gestellt. Kein Wunder, dass viele Bürgermeister seit jeher dort ein direktes Wort in der Kreispolitik mitreden wollen. Nach der vergangenen Kreistagswahl Ende Mai 2014 hatten die Wähler 19 Rathauschefs in das Gremium geschickt. Durch Ruhestände und Rückzüge sind damit heute 16 geworden. Aber die Verwaltungsoberhäupter haben ein gehöriges Gewicht im 55-köpfigen Kreistag.

Mehr noch: Sie genießen ein hohes Vertrauen bei den Wählern, profitieren zudem von ihrer Bekanntheit und heimsen so regelmäßig die meisten Wählerstimmen ein. Im kommenden Jahr nun strebt die jüngere Riege der Bürgermeister ebenfalls mit Macht in den Kreistag und erhöht in einigen Wahlkreisen gewaltig die Spannung. Die PZ gibt einen ersten Überblick:

Kieselbronn, Niefern-Öschelbronn, Neulingen und Ölbronn- Dürrn bilden bei Kreistagswahlen einen Wahlkreis: Wie von der PZ berichtet, sorgt dort die Kandidatur von Niefern-Öschelbronns Rathauschefin Birgit Förster für ein enorm enges Rennen. Schließlich treten mit Heiko Faber, Michael Schmidt und Norbert Holme auch alle anderen Bürgermeister an – dazu der frühere Bürgermeister Jürgen Kurz, noch immer ein Schwergewicht, und starke Gemeinderäte wie der Landtagsabgeordnete Erik Schweickert.

Nicht weniger heiß wird es im Wahlkreis mit Eisingen, Ispringen, Königsbach-Stein und Kämpfelbach: Bislang sind mit Heiko Genthner und Udo Kleiner die Bürgermeister von Königsbach-Stein und Kämpfelbach als Duo vertreten. Doch nun ist der Ispringer Thomas Zeilmeier, seit 2017 Rathauschef, zuversichtlich, dass er es auf der CDU-Liste in den Kreistag schafft. Trotz der spannenden Konstellation. Denn im benachbarten Eisingen hat Thomas Karst die Fühler nach den Freien Wählern ausgestreckt. Auch er will antreten. Karst und Zeilmeier sagen, es sei absolut wichtig, als Rathauschef auf Kreisebene mitsprechen zu können.

Neu gemischt werden die Karten auch im Wahlkreis mit Engelsbrand, Neuenbürg, Neuhausen und Tiefenbronn: Seit Bastian Rosenau von Engelsbrands Rathausspitze ins Amt des Landrats wechselte, war dieser Raum mit Neuenbürgs Horst Martin als Solist nicht von Bürgermeistern dominiert. Doch das könnte sich ändern: Rosenaus Nachfolger Thomas Keller will Engelsbrand im Kreistag vertreten. Er tritt auf der FDP-Liste an. Und für die Freien Wähler geht Tiefenbronns Frank Spottek ebenfalls ins Rennen.

Im Wahlkreis Birkenfeld, Straubenhardt will Martin Steiner, Birkenfelds Rathauschef, auf der CDU-Liste das nachholen, was ihm 2014 kurz nach seiner Wahl wegen seines noch laufenden Umzugs in den Enzkreis verwehrt blieb. Auch er betont die Bedeutung, Einfluss nehmen zu können auf kreisweite Entscheidungen, die sich in jeder Kommune auswirken. Sein Straubenhardter Amtskollege Helge Viehweg ist für die SPD bereits im Kreistag. Allerdings könnte durch einen Generationswechsel in diesem Wahlkreis, in dem einige bekannte Gesichter wohl nicht mehr antreten, die ganz große Brisanz ausbleiben.

Immerhin bleibt die Hälfte der Wahlkreise ohne zusätzlichen Druck durch Neukandidaturen von Rathauschefs. In Mühlacker, der Großen Kreisstadt, kann es mit OB Frank Schneider ohnehin nur einen geben. Im Wahlkreis Knittlingen, Sternenfels, Maulbronn, Illingen, Ötisheim zeichnet sich ab, dass es beim bisherigen Bürgermeisterduo mit Werner Henle (Ötisheim) und Heinz-Peter Hopp (Knittlingen) bleiben könnte. Im Bereich Remchingen, Keltern sind schon heute mit Luca-Wilhelm Prayon und Steffen Bochinger beide Rathauschefs vertreten. Und im Heckengäu mit Friolzheim, Heimsheim, Mönsheim, Wiernsheim, Wimsheim und Wurmberg wird das Rennen insofern offener, als mit Wiernsheims Urgestein Karlheinz Oehler ein langjähriger Kreisrat nicht mehr antritt.

Ob 2019 der Anteil der Bürgermeister weiter steigt, das entscheiden die Wähler – vielleicht aber auch mancherorts die neue Konkurrenzsituation. Besonders im Kämpfelbachtal und zwischen Niefern, Neulingen, Kieselbronn und Ölbronn-Dürrn.