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Stein um Stein: Nach der Landtagswahl muss sich die SPD in der Region erst wieder berappeln. Ein Wiederaufbau wird dabei ein langwieriger Prozess, meinen die Genossen selbst. Fotomontage: PZ/Krenkel
Stein um Stein: Nach der Landtagswahl muss sich die SPD in der Region erst wieder berappeln. Ein Wiederaufbau wird dabei ein langwieriger Prozess, meinen die Genossen selbst. Fotomontage: PZ/Krenkel
Nils Nonnenmacher
Nils Nonnenmacher
Frederic Striegler
Frederic Striegler
Lajer
Lajer
Sigune Wieland
Sigune Wieland
19.05.2016

Die Landtagswahl hat auch die SPD in der Region ins Mark getroffen

Es war ein harter Schlag für die SPD. Im Enzkreis und in Pforzheim hatten die Genossen zwar in der Regel mit der Rolle der zweiten Kraft hinter der CDU leben müssen, doch im März wurde ihr Stimmenanteil mit 12,3 Prozent praktisch halbiert. Die Sozialdemokraten stürzten ab – hinter die Grünen, die CDU und die AfD. Mit Thomas Knapp als Kandidaten, der mit ähnlichen Themen und einem ähnlichen Stil 2001 noch 37,8 Prozent geholt hatte.

Wie gehen die Genossen damit um? Wo sehen sie Ansatzpunkte, um mit der Partei aus dem Tal der Tränen herauszukommen und das Vertrauen der Wähler zurückzugewinnen? An der Parteibasis war schon im Wahlkampf Unmut über die Landesspitze um Nils Schmid unüberhörbar gewesen. Weder mit dem eigenen Personal noch mit den eigenen Themen sei die SPD auf Landesebene wahrgenommen worden. Andere beklagen eine Überlagerung des Wahlkampfes durch Bundesthemen wie die Flüchtlings- oder die Wirtschaftspolitik. Doch auch die Bundespartei habe sich zuletzt zu wenig durch klare Kante und Verlässlichkeit ausgezeichnet. Das sagen Enzkreisvorsitzender Nils Nonnenmacher, Kreispressesprecher Matthias Lajer oder Pforzheims Parteivorsitzender Frederic Striegler. Aber auch in der Region habe es die SPD versäumt, bei den Wählern klar für bestimmte Themen und Positionen zu stehen. Nonnenmachers Beispiel sind fehlende Aussagen zu den vergleichsweise hohen Kindergartengebühren in einigen Kommunen. Sigune Wieland, die stellvertretende Kreisvorsitzende, drückt es so aus: „Auch vor Ort müssen wir überlegen, welche Angebote die Menschen von uns erwarten, um zu wissen – die SPD ist meine Partei.“

Immerhin bei den Kommunalwahlen 2014 hatte es in den Reihen der Genossen zumindest im Enzkreis zufriedene Gesichter gegeben. Im Kreistag hatte die SPD einen Sitz zurückgewonnen, stellt als drittstärkste Kraft hinter Freien Wählern und CDU elf Kreisräte. Ähnlich wie bei der vergleichbar gebeutelten CDU hat auch die SPD die Kommunalpolitik für einen Neuaufbau im Blick. Bei einer Partei mit einem Alterschnitt von rund 62 Jahren im Enzkreis steht aber zwangsläufig auch ein personeller Umbruch an.

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