nach oben
26.11.2015

Die Milchbauern in der Region kämpfen um jeden Cent für ihre Erzeugnisse

Kreis Calw/Enzkreis. „Was kommt auf die Milcherzeuger kurzfristig zu?“ – diese Frage konnte auch Ulrich Roßwag, Abteilungspräsident für den Bereich Landwirtschaft im Regierungspräsidium (RP) Karlsruhe, auf der Fachtagung der Milcherzeuger nicht ganz beantworten. Diese fand auch auf Einladung des Enzkreises im Kreis Calw, in Altbulach, statt.

Die Preise hätten sich zuletzt wieder etwas erhöht, aber bei den Landwirten sei davon nichts angekommen, so Roßwag weiter.

„Machen lässt sich dagegen nichts, aber Kosten senken, da kann man etwas machen“, so der Rat des Abteilungspräsidenten.

„Dass die Milchpreise derzeit nicht auskömmlich sind erfüllt auch uns mit Sorge“, konstatierte Reinhold Rau. Für den Leiter des „Grünen Bereichs“ im Landratsamt Calw ist es aus diesem Grund ein Anliegen, dass die Gelder aus den Förderanträgen fließen, denn manche Betriebe kämpfen bereits mit Liquiditätsproblemen.

Rau wies auf den frisch gegründeten Landschaftserhaltungsverband hin und warb dafür, offen mit dem Vertragsnaturschutz umzugehen, in der Hoffnung, dass darüber Mittel in den Kreis kommen. „Größe allein ist kein Garant für Erfolg“, sagte dagegen Bernd Lührmann, der in Niedersachsen Höfe mit bis 50 bis 2000 Milchkühen betreut. Nachdem die Milchpreise von 40 auf unter 30 Cent zurückgegangen seien, hoffe er, dass jetzt der Boden erreicht ist. Die Stimmung sei so schlecht wie seit Jahren nicht mehr. Auch der Weg in die Bio-Milch sei begrenzt. „Wenn das jeder macht, bricht auch hier der Preis zusammen“, so Experte Lührmann.