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Anonym werden die Wähler in einigen Bezirken im Enzkreis sowie in Pforzheim nach der Stimmabgabe befragt.
Anonym werden die Wähler in einigen Bezirken im Enzkreis sowie in Pforzheim nach der Stimmabgabe befragt.
14.02.2016

Die Region ist im Fokus der Wahlforscher

Wenn am Abend der Landtagswahl am 13. März um Punkt 18 Uhr die ersten Prognosen über die Bildschirme flimmern, wird es spannend: Wie haben sich die Wähler entschieden? Viele Bürger aus der Region werden die aktuellen Trends besonders interessiert verfolgen, denn sie tragen zu den Ergebnissen bei. Hintergrund: Die Experten von Infratest dimap und der Forschungsgruppe Wahlen werden in etlichen Wahlbezirken im Enzkreis und in Pforzheim die Wähler nach ihrer Stimmabgabe befragen. Anonym wird dann erhoben, hinter welcher Partei man sein Kreuzchen gemacht hat – um einen möglichst genauen Trend abzuliefern. Auch die Stimmabgabe bei der letzten Wahl sowie Alter und Geschlecht sind bei der Umfrage von Interesse.

Ein halbes Jahr Vorbereitung

Die Statistiker sind in Illingen, Maulbronn, Mönsheim, Mühlacker, Neuenbürg, Pforzheim und Straubenhardt unterwegs. In Pforzheim werden gleich mehrere Wahlbezirke unter die Lupe genommen, in Straubenhardt und Mühlacker sind es jeweils zwei. Dort werden sowohl Infratest dimap für die ARD als auch die Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF ihre Daten erheben. In Straubenhardt sind Ottenhausen und Conweiler West ausgewählt worden, wie Bürgermeister Helge Viehweg mitteilt – zwei recht große Wahlbezirke. Er findet es interessant, dass gleich zwei Wahlforscher-Teams in der Gemeinde aktiv sind. In Mühlacker werden die Wähler im Kindergarten Senderhang in der Kernstadt und im städtischen Kindergarten Dürrmenz befragt. Ordnungsamtsleiter Ullrich Sauer erinnert sich, dass es in Mühlacker bereits früher Wahlumfragen gegeben hat.

Das berichtet auch Mönsheims Bürgermeister Thomas Fritsch. „Das war Anfang der 80er-Jahre, als ich hier Verwaltungspraktikant war“, erinnert er sich. Diesmal sind die Umfrage-Teams im Wahlbezirk Appenberg/Gödelmann unterwegs: Ein älteres Wohngebiet und ein Neubaugebiet mit vielen jungen Familien. Die Statistiker sind bereits im November an die Gemeinde herangetreten, so Hauptamtsleiter Klaus Arnold. „Sie wollten wissen, ob es Änderungen bei den Wahlbezirken gab und wie die Ergebnisse bei den letzten Wahlen waren.“

In Neuenbürg liegt das Augenmerk auf dem Stadtkern: Der Wahlbezirk Jugendmusikschule wurde ausgewählt. In Maulbronn und im Illinger Stadtteil Schützingen wird dagegen niemand befragt. Dort interessieren sich die Statistiker für die Ergebnisse der Briefwahl, die möglichst schnell die Prognose auf festere Beine stellen sollen. Die Auswahl der einzelnen Wahlbezirke verläuft nach dem Zufallsprinzip, wie es bei Infratest dimap heißt. „Das ist wie im Lotto“, sagt Pressesprecherin Irina Roth. Sie erklärt: Nicht der einzelne Wahlbezirk soll dem Landesdurchschnitt möglichst nahe kommen – sondern die Summe aller ausgewählten Bezirke. Deshalb werden in einem ersten Schritt rund 200 Wahllokale aus weit über 1000 in ganz Baden-Württemberg ausgewählt. Darunter Bezirke mit ländlicher und städtischer Struktur, Bereiche mit älteren Bewohnern und jüngeren Familien.

Gute Prognose erzielen

Im zweiten Schritt wird dann mit alten Daten geprüft, ob mit der Zufallswahl eine möglichst gute Prognose zu erreichen ist – oder man die Auswahl optimieren muss. „Das alles beginnt etwa ein halbes Jahr vor der Wahl“, so die Expertin. Am Wahltag wird sich dann zeigen, ob die Auswahl geglückt ist und eine möglichst genaue Prognose ermöglicht – an der Region soll es nicht scheitern.