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In der Kurstadt und ihrer Umgebung kennt sich die frühere Lehrerin bestens aus. Foto: Zoller
In der Kurstadt und ihrer Umgebung kennt sich die frühere Lehrerin bestens aus. Foto: Zoller
03.05.2019

Die Stadtführerin, die alles weiß: Sie ist die Frau für alle Fälle zu Wildbads Historie

Bad Wildbad. Ob Baumwipfelpfad, Stadtrundgang oder historische Führungen durch die württembergische Bäderstadt, Barbara Hammann-Reister ist in Bad Wildbad die „Frau für alle Fälle“.

Als leidenschaftliche Heimatkundlerin beschäftigt sich die einstige Lehrerin Barbara Hammann-Reister seit vielen Jahren mit der Geschichte ihrer Region und mit der Entwicklung der Stadt, die durch den Überfall auf Graf Eberhard II. von Württemberg im Wildbad erstmals 1367 auf der großen historischen Bühne auftauchte. Nur mit knapper Not konnte sich damals der adelige Herrscher vor seinen Häschern in Sicherheit bringen und sich auf die Burg Zavelstein retten. „Um aber aller Welt kundzutun, dass ihm beim Überfall im Bad nichts geschehen ist, prägte der württembergische Herrscher besonders schön gestaltete Münzen, die er dann auch unter das Volk brachte“, erklärt Barbara Hammann-Reister, die schmunzelnd hinzufügt: „Das war sozusagen die erste offizielle Reklame für unseren Ort.“

Im Laufe der Jahrhunderte nahm Wildbad dank der Förderung durch die Grafen, Herzöge und Könige von Württemberg einen stürmischen Aufschwung. Dass die Bade-Geschichte aus dem Mittelalter auch im 19. Jahrhundert faszinierte, beweist die romantische Ballade über den „Überfall im Wildbad“ die der Dichter Ludwig Uhland zu Papier gebracht hat. Verse, die auch ihre Schüler noch auswendig lernen durften, erinnert sich Hammann-Reister.

Heimatkunde ist und bleibt für die engagierte Stadtführerin Herzenssache. Als Mitglied im Heimat- und Geschichtsverein unterstützt die Mutter von zwei Jungs und fünf Enkeln auch das Projekt „Naturpark-Schule“ und unterrichtet in speziellen Unterrichtsmodulen aktuell die Schüler der Wilhelmschule in Bad Wildbad. Und die sollen natürlich mehr über Wissenswertes vor ihrer Haustür erfahren – vom Adel über Waldarbeiter und Flößer bis hin zu Sagengestalten wie dem Holländermichel.

Ihr Stadtrundgang, ein Angebot der Wildbad Touristik, liegt nach Aussage von Hammann-Reister im Aufwärtstrend. Spannend sei es dabei, dass es tatsächlich Unterschiede zwischen badischen und württembergischen Gästen gebe. „Besucher aus Stuttgart, Tübingen oder der Schwäbischen Alb sind mit der württembergischen Geschichte vertraut. Daher interessieren sich diese Gäste für das Who is Who der Adelshäuser, die hier einst zur Kur verweilten.“

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