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Das Verbot der Freilandhaltung von Geflügel gilt landesweit bis Ende Januar, um die Vogelgrippe zu stoppen. Ob Biobauern Eier auch bei einer länger andauernden Stallpflicht noch als Produkte von freilaufenden Hühnern verkaufen können, ist noch nicht geklärt.
Das Verbot der Freilandhaltung von Geflügel gilt landesweit bis Ende Januar, um die Vogelgrippe zu stoppen. Ob Biobauern Eier auch bei einer länger andauernden Stallpflicht noch als Produkte von freilaufenden Hühnern verkaufen können, ist noch nicht geklärt.
22.11.2016

Die Stallpflicht für Geflügel hat auch in der Region unklare Folgen

Enzkreis/Pforzheim. Momentan steht auf den Eierschachteln vom Biohof Reiser in Straubenhardt noch der Vermerk: Von Hühnern mit Grünauslauf. Doch seit dem Wochenende ist auch der Freilauf der 1600 Tiere von Horst Reiser begrenzt. In Baden-Württemberg gilt die Stallpflicht für Geflügel – um die Vogelgrippe zu stoppen. Das betrifft auch Betriebe im Enzkreis und in Pforzheim, wie beispielsweise den Lohwiesenhof in Huchenfeld. Das Verbot der Freilandhaltung dauert voraussichtlich bis 31. Januar an.

Eine lange Zeit mit noch vielen Unklarheiten. So weiß Reiser momentan noch nicht, ob er im Verkauf die normalen Schachteln weiter benutzen kann. „Ich denke schon, denn zur Biohaltung gehört mehr, als nur der Grünauslauf. Dazu zählt, ob die Tiere Biofutter bekommen, wie viel Platz sie pro Quadratmeter haben oder auch, dass ihre Schnäbel nicht gestutzt sind“, sagt der Straubenhardter Landwirt. Solange es keine andere Anweisung gebe, wolle er mit Aufklebern auf den Schachteln auf die geänderten Haltungsbedingungen hinweisen. Als günstigere Bodenhaltung werde er die Eier aber nicht verkaufen, „auch ohne Auslauf sind die Produkte immer noch bio“.

Reiser rechnet mit Mehrkosten beim Futter, da ausgeglichen werden müsste, dass die Tiere sich nicht von Gras, Würmern und Insekten im Freilauf ernähren können. „Das schlägt erst richtig zu Buche, wenn die Stallpflicht über ein halbes Jahr dauert.“ Allerdings müsse er den Grünauslauf weiterhin bewirtschaften. Und täglich müssen die Tiere in ihrem zwischenzeitlichen Zuhause – dem 250 Quadratmeter großen, überdachten und von den Seiten geschützten Wintergarten – beschäftigt werden. „Wird denen langweilig, fangen sie sonst an, ihre Artgenossen zu picken“, sagt Reiser und platziert Strohballen, Wasserflaschen und Farbspiele in den Wintergarten.

Ulrich Dura, Leiter des Enzkreis-Veterinäramts, macht sich auch Sorgen über die Auswirkungen der Stallhaltung auf die Legeleistung der Hühner habe, die in der ungewohnten Umgebung eher schwächer ausfalle. Ebenfalls befürchtet er Abweichungen in der Mauser und dass Kunden zunehmend auf Geflügelprodukte verzichten werden. Mehr lesen Sie am Mittwoch in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.