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Was macht ein Mähdrescher auf einer Wiese? Noch immer staunen Passanten und Landwirte, wenn der Tiefenbronner Simon Jost mit seinem 300 PS starken Gerät wie hier beim Friedhof Steinegg eine Wiese abfährt. Normalerweise ist seine Maschine auf Getreidefeldern unterwegs. Per GPS werden die genauen Routen aufgezeichnet.

Die Wiesenretter: Was im Enzkreis für die Zukunft der Insekten getan wird

"Den Wiesenstorchschnabel erkennen Sie sofort an der Form der Frucht“, sagt Walter Bogner und geht weiter durchs hüfthohe Gras ins Zentrum der kleinen Wiese beim Steinegger Friedhof. Aber was heißt schon Gras? „Das ist Kammgras, mit den Samenständen können Sie sich praktisch durchs Haar fahren. Dort ist Glatthafer und da Zittergras.“ Die Pflanze mit den filigranen Zweigchen macht ihrem Namen allle Ehre, wenn man an ihr vorbeistreift. Bei jedem Schritt springen zehn Grashüpfer zur Seite. Mindestens. „Das zeigt, dass es Nahrung gibt in dieser Wiese“, sagt der ehemalige Biologie-Lehrer Bogner, der schon die nächsten Arten im Blick hat. Die dunklen Kugeln des Wiesenknopfs, Leib- und Magenpflanze des Ameisenbläulings, einer Schmetterlingsart, die so manchem Bauvorhaben in der Region Probleme bereitet. Bogner lässt den Klappertopf rasseln, zeigt mal blühende, mal verblühte Exemplare von Wiesenkerbel, Hornklee, Wegerich, Hahnenfuß, Labkraut, Bärenklau, Saatklee, Bocksbart oder aufrechten Günsel. Hummeln und Bienen manövrieren um ihn herum, Schmetterlinge gaukeln über die Pflanzen.

Diese Wiese lebt. „So viel Artenreichtum gibt es gar nicht so oft“, sagt Norbert Bogner. Er ist der Bruder des Neuhausener Biologen – und Geschäftsführer des Vereins Miteinanderleben. Mit seiner Servicegesellschaft beschäftigt der Verein

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