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Fast jeden Song kann Manfred Feldhaus auf seiner Akustikgitarre spielen. Es lässt er das Publikum bestimmen, welche Stücke zu hören sind. Foto: Roller

Die menschliche Musikbox: Manfred Feldhaus in Kieselbronn

Kieselbronn. Ein Textbuch? Hat Manfred Feldhaus nicht. Noten? Braucht Manfred Feldhaus nicht. Ihm reichen eine Akustikgitarre, ein Mikrofon und die Musikwünsche seiner mehr als 60 Zuhörer aus.

Bevor er am Freitagabend im Gewölbekeller des alten Kronenschulhauses in Kieselbronn mit seinem mehrstündigen Auftritt beginnt, legt er Blätter aus. Darauf stehen unzählige Lieder, von denen sich das Publikum eines nach dem anderen aussuchen darf: Popsongs, Countrymusik, Schlager, Rockklassiker und zwischendurch Schmachtfetzen. Zuruf genügt.

Langsame und flotte Nummern bekommt das Publikum zu hören, deutsche und englische, alte und neue. Stücke von Green Day, Midnight Oil, Coldplay, Marius Müller-Westernhagen und John Denver. Seit fast 25 Jahren steht Feldhaus auf der Bühne. „Als ich mit Musik angefangen habe, da merkte ich: Das ist genau mein Ding“, erzählt er. In vielen Teilen Deutschlands ist er schon aufgetreten und auch im Ausland: unter anderem in Frankreich, Tschechien, Italien und Australien.

Wie viele Lieder er im Repertoire hat, kann Feldhaus nicht genau sagen. Mehrere Hundert müssten es sein. Jedes einzelne hat er auswendig im Kopf und kann es bei Bedarf abrufen. Klar, dass die Zuhörer im Keller des Kronenschulhauses begeistert sind.

Auch Heiko Faber. „Er ist ein super Künstler“, sagt der Bürgermeister, der in Jeans und T-Shirt hinter der Bar steht, um die Gäste mit Getränken zu versorgen. Bereits mehrmals hat der Rathauschef die Veranstaltung organisiert. Ein Bekannter hatte ihm Feldhaus vor sechs Jahren empfohlen. „Und dann hat der Künstler so eingeschlagen, dass wir das beibehalten haben.“ Seine Musik sei perfekt, sagt Faber. „Vieles davon habe ich in meiner Jugend schon gehört.“