nach oben
Bis zu den Knien im Wasser durch den Garten: So sah das am Dienstag für Familie Hahn in Niebelsbach aus. Foto: Privat
Schlamm blockierte nach dem Unwetter Abflusskanäle, die tags darauf von der Straßenmeisterei Enzkreis wie hier in Keltern freigegraben und -gespült wurden. Foto: Moritz
Abflüsse wurden schnell verstopft. Foto: Privat
20.06.2019

Diese fünf Wetterkarten zeigen, wie sich das Unwetter bildete - und sich mit voller Wucht über der Region entlud

Enzkreis. Das Thermometer hat die 30-Grad-Marke am Mittwochnachmittag im rund 1000 Einwohner zählenden Keltener Ortsteil Niebelsbach längst erreicht. Erst auf den zweiten Blick erkennt man zerschlagene Blätter, Äste auf den Straßen, eine Schlammschicht, die das Dorf durchzieht.

Spuren des Unwetters, das dort keine 24 Stunden zuvor getobt hat. Mit Regen wie aus Kübeln und großen Hagelkörnern. Binnen Minuten waren Keller, Garagen und Untergeschosse in Kelterner Ortsteilen, in Straubenhardt-Schwann oder Neuenbürg Arnbach vollgelaufen. Für die Anwohner bedeutete das auch noch tags darauf anstrengende Aufräumarbeit.

Als der Niebelsbach zu einem reißenden Fluss wurde

Die Heftigkeit des Unwetters vom Dienstag steht vielen noch vor Augen. Auch Familie Hahn aus Niebelsbach. „Es war wirklich schrecklich“, sagt Claudia Hahn. Ihr Haus liegt direkt am Niebelsbach, der am Dienstagabend zu einem reißenden Fluss wurde und dadurch auch den Garten der Familie in Mitleidenschaft zog. „Wir standen am Fenster, haben den Hagel beobachtet und auf einmal kam das Wasser“, erzählt sie. Der Garten und auch Teile des Kellers laufen mit einem Gemisch aus Wasser und Schlamm voll.

Mit Bildern dokumentieren auch andere Menschen aus dem westlichen Enzkreis ähnliche Erlebnisse. Es ist ein Phänomen, das immer wieder aufs Neue Betroffene erschüttert: Kleine, regional extrem begrenzte Gewitterzellen, die sich binnen kurzer Zeit entladen und dann schnell verschwinden. Der Radarfilm der Firma Wetterkontor lässt erkennen, wie sich eine Unwetterzelle über dem Schwarzwald bildet, im Lauf des Nachmittags Energie aufnimmt, nach Norden zieht und sich dann über dem westlichen Enzkreis austobt, Kurz darauf ist sie weg.

Klicken Sie hier, um den Wetterradarfilm von Wetterkontor laufen zu lassen.

Um 6.45 Uhr ist die kleine Unwetterzelle in der Region Südbaden zu sehen.

Gegen Mittag arbeitet sie sich gen Norden vor...

...nimmt auch an Kraft zu...

... und tobt sich nachmittags im westlichen Enzkreis aus.

Danach wandert sie weiter gen Norden, wird schnell kleiner - und verschwindet schließlich ganz.

Mehr dazu lesen Sie am Freitag, 21. Juni, in der "Pforzheimer Zeitung.

Bildergalerie: Überschwemmungen in Ellmendingen nach heftigen Regenfällen

Mehr zum Thema:

Hagel und heftige Regenfälle: Straßen überschwemmt, Keller unter Wasser

Michael Drapa aus Ellmendingen hat den Hagel im Video festgehalten:

Erste Bilder zeigen, dass auch mehrere Straßen überschwemmt sind – so wie diese, die beim Penny zwischen Ellmendingen und Niebelsbach aufgenommen wurden.