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Alles im Blick: Andreas Felchle.
Alles im Blick: Andreas Felchle.
Bürgermeister Jürgen Kurz hat nach 38 Jahren im Amt auf eine Wiederwahl verzichtet. Foto: Tilo Keller, Archiv
Bürgermeister Jürgen Kurz hat nach 38 Jahren im Amt auf eine Wiederwahl verzichtet. Foto: Tilo Keller, Archiv © Tilo Keller
Hat noch viel vor: Carsten Lachenauer.
Hat noch viel vor: Carsten Lachenauer.
10.01.2016

Dieses Jahr nur drei Bürgermeisterwahlen in der Region

Der Wahlkampf für die Landtagswahl am 13. März kommt auf Touren. Rund zwei Monate geht es nun rund, bis sich die Spannung über das Ergebnis löst. Im weiteren Verlauf des Jahres bleibt es beschaulich: Im Enzkreis gehen die Wähler nur bei zwei Bürgermeisterwahlen zu den Urnen – in Niefern-Öschelbronn steht noch kein Termin fest, in Maulbronn geht es am 5. Juni um den Chefsessel im Rathaus. Im Nachbarkreis Calw steht im Oktober oder November die Wahl in Unterreichenbach auf dem Programm.

In Niefern-Öschelbronn wartet die Gemeinde auf die Entscheidung von Schultes Jürgen Kurz – macht der 67-Jährige noch einmal weiter, geht er in eine sechste Amtszeit? Seit rund 38 Jahren zeichnet Kurz für die Kommunalpolitik verantwortlich. Eigentlich hätte er Anfang Juni mit 68 Jahren in den Ruhestand gehen müssen. Doch das Land hat 2015 die Altersgrenzen für Bürgermeister und Landräte angehoben. Nun müsste die Wahl im März oder April dieses Jahres angesetzt werden. Da ist Kurz aber noch 67, wird als Pensionsanwärter quasi reaktiviert und könnte dann bis 73 weitermachen, wie die PZ bereits berichtete. Diesen Wahlkniff könnte auch Landrat Karl Röckinger anwenden.

Ob Jürgen Kurz, zugleich Vorsitzender des Regionalverbands, Kreisrat bei den Freien Wählern und Vizepräsident des baden-württembergischen Gemeindetags, allerdings erneut antritt, ist noch offen. In der Gemeinderatssitzung im Dezember erklärte er dem Gremium, er habe sich noch nicht entschieden, ob er weitere fünf Jahre dranhängt. CDU-Fraktionsschef Udo Hummel sagte: „Wir wünschen uns, dass er kandidiert.“ Die Gemeinde stehe vor großen Herausforderungen: „Da wechselt man nicht den Fährmann.“ Kurz freute sich über den Vorstoß, sagte den Gemeinderäten aber, dass er diese Frage erst Ende Januar beantworten werde.

Andreas Felchle hat sich schon entschieden. Der Verwaltungschef in Maulbronn kündigte dem Gemeinderat bereits Anfang des vergangenen Jahres an, noch einmal für den Chefsessel im Maulbronner Rathaus zu kandidieren. Entscheiden sich die Maulbronner bei der Wahl am 5. Juni für den dann 54-Jährigen, kann Felchle, der seit 1992 im Amt ist, in seine vierte Amtsperiode starten. Vor allem die Vielseitigkeit seiner Arbeit schätzt der Maulbronner Schultes. Er kenne keinen anderen Beruf, bei dem man mit so vielen Menschen zusammenkomme. Felchle sieht sich als Macher und nicht nur als Moderator. Kompromissbereitschaft ist dem Bürgermeister wichtig, und die stellte er zuletzt beim Thema Gemeinschaftsschule unter Beweis. Die hat Felchle vor allem mit Blick auf Standort- und Stadtentwicklung gelernt zu akzeptieren.

Für Carsten Lachenauer, Bürgermeister in Unterreichenbach, steht fest: „Ich werde auf jeden Fall wieder kandidieren.“ Der 49-Jährige ist seit 2000 im Amt und will sich bei der Wahl Ende dieses Jahres zum dritten Mal aufstellen lassen. Die Gründe für seine Entscheidung seien die gleichen geblieben wie bei den beiden Wahlen zuvor: „Die Gemeinde ist mir einfach ans Herz gewachsen.

Ein großes Projekt der Gemeinde sei die Infrastruktur: „Wir haben angefangen, die Straßen und Kanäle zu sanieren und diese Maßnahmen möchte ich gerne zu Ende bringen“, so Lachenauer. Auch in den Kindergärten und der Erhaltung des Schulstandortes sieht er wichtige Aufgaben für die Zukunft. Stressig sei der Beruf als Bürgermeister nach wie vor. „Das zeitliche Engagement, das man in die Arbeit investiert, ist groß“, so Lachenauer. Wer die Bereitschaft dazu nicht mitbringt, ist laut dem 49-Jährigen fehl am Platz.

Im Kreis Calw wird sich 2016 außerdem in Oberreichenbach, Höfen, Nagold und Haiterbach herausstellen, ob der amtierende Bürgermeister weitermacht oder ein Nachfolger gewählt wird.