nach oben
Tierfreunde konnten das Vertrauen des Vogels gewinnen, der zwei Monate lang das Dietlinger Schulgelände unsicher gemacht hatte. Foto: privat
Tierfreunde konnten das Vertrauen des Vogels gewinnen, der zwei Monate lang das Dietlinger Schulgelände unsicher gemacht hatte. Foto: privat
Mit einer Netgun konnte die Rabenkrähe nun doch noch eingefangen werden. Foto: privat
Mit einer Netgun konnte die Rabenkrähe nun doch noch eingefangen werden. Foto: privat
24.02.2017

Dietlinger Rabenkrähe von Tierfreunden eingefangen

Keltern-Dietlingen. Zwei Monate lang machte eine Rabenkrähe das Dietlinger Speiterling-Schulgelände unsicher, sorgte bei Lehrern, Eltern, Anwohnern und Verwaltung für gemischte Gefühle. Und vor allen Dingen hatte der Vogel nun unglaubliches Glück, denn eigentlich hätte ihm ein Jagdpächter längst ein Ende bereiten können. Doch es gibt auch Geschichten mit einem guten Ausgang. Gestern berichteten Tierfreunde, dass es ihnen nun in mühevoller Arbeit gelungen ist, das Tier, das in den letzten Wochen für so viele Schlagzeilen gesorgt hatte, einzufangen.

Hierzu heißt es in einem Bericht, der die „Pforzheimer Zeitung“ über die sozialen Medien erreichte: Man habe der Rabenkrähe soeben den Namen „Kohlrabi“ gegeben. Der vermutlich handaufgezogene Krähenmann, der völlig unsozialisiert in die Freiheit ausgesetzt worden war, habe nun doch noch erwischt werden können. Seitens der Stadt habe es für die Tierfreunde noch eine Galgenfrist bis zum 14. März gegeben. Sollte er bis dahin nicht gesichert sein, so werde endgültig ein Jäger anrücken.

Dies wollte Tierfreundin Nadja Lacroix aber auf gar keinen Fall zulassen und wandte sich an diverse Vogelfreunde. Die junge Frau und ihre Tochter verharrten nach eigenen Angaben „seither täglich stundenlang bei dem Tier, um es zu schützen“. Kinder hätten nach dem Tier getreten und es mit dem Turnbeutel erschlagen wollen. Viele schlimme Szenen habe es gegeben, die „das Tier natürlich zusehends giftig werden ließen“. Und so habe man einen Krisenstab in Form der Gruppe „Krähe fangen“ gebildet.

Hierzu heißt es im Schreiben an die PZ: „Schließlich fuhren Sandra und Tom vom Verein Wildvogelrettung zu Nadja, um sich ein Bild zu machen und im besten Fall, das Tier zu sichern.“ Die Krähe habe in Nadja Lacroix eine „absolute Bezugsperson gesehen“ und kam ihr so recht nahe. Aufgrund der gleichzeitig schlechten Erfahrungen mit anderen Menschen sei aber an ein „einfaches Einfangen nicht zu denken gewesen“.Dann sei Stefan Bröckling ins Spiel gekommen, der ebenfalls Wildtieren hilft. Selbiger verfügt über eine sogenannte Netgun, ein Gewehr, das ein Netz pfeilschnell abfeuert und Tiere so stressfrei und schnell einfangen kann. Auch er nahm eine lange Anfahrt auf sich. Die Krähe sei nun gesichert und komme „zur Resozialisierung auf die Station Hochspeyer.