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Auf dem Gelände der Straßenmeisterei wird die Künstliche Intelligenz von Vialytics startklar gemacht. An Bord der Streckenkontrollfahrzeuge schießt das Programm alle vier Meter ein Bild und erkennt selbstständig Risse, Schlaglöcher und ähnliches. Mit den Daten will der Enzkreis künftig seine Straßenreparaturen steuern.  Fotos: Meyer 

Digitaler Straßenwächter: Künstliche Intelligenz erfasst Straßenschäden

Enzkreis. Der Zustand der rund 230 Kilometer Kreisstraßen im Enzkreis wird mit einem neuen technischen System aufgezeichnet. Ziel sind bessere Daten über Schäden und geringere Baukosten.

Es ist fast gespenstisch. Auf Danilo Jovicics Computer schaut man wie der Fahrer eines Kleinlasters auf den Asphalt – nur, dass sich ständig farbige Kästchen öffnen, die wie von Zauberhand Risse ins Visier nehmen, Flickstellen, Schlaglöcher oder unebene Schachtdeckel. Alles wird fotografiert und erfasst. Der Film ist nur scheinbar aus menschlicher Perspektive aufgenommen – tatsächlich sieht man diese Straße durch die Augen einer Künstlichen Intelligenz. Entwickelt wurde sie vom Startup-Unternehmen Vialytics, dessen Mitbegründer Jovicic ist. Der digitale Straßenwächter geht künftig mit Streckenkontrolleuren des Enzkreises auf Tour.

Von einem wegweisenden Schritt spricht Wolfgang Herz, der für Verkehr zuständige Dezernent des Enzkreises: Man verspreche sich bessere Daten darüber, wie sich der Zustand der Kreisstraßen entwickelt. Für drei Vertragsjahre bezahlt der Kreis rund 60000 Euro an Vialytics, um mit Hilfe der Technik und der Erfahrung der eigenen Straßenmeisterei besser beurteilen zu können, wann man am besten Bauarbeiter zu einem Streckenabschnitt schickt.

Früh auf Schäden zu reagieren, berge zudem Einsparpotenzial, sagt Herz. Auch wenn er nicht von den Dimensionen ausgeht, wie sie Vialytics mittelfristig anstrebt: Jovicic glaubt, man könne mit den Straßendaten Instandhaltungen bis zu fünf Mal billiger machen.

Technisch ist das System auf den ersten Blick unspektakulär. Es steckt einfach in einem Smartphone, das Stefan Linck von der Bauwerkkontrolle der Straßenmeisterei an der Windschutzscheibe seines orangenen Lasters anbringt. Von dort aus macht das Gerät die Bilder, die später über Vialytics und die Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen ausgewertet werden.

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