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Diskutierten in der Königsbacher Realschule: Janis Wiskandt, Gunther Krichbaum, Rektor Dieter König, Katrin Lechler, Katja Mast, Peter Wenzel und Moderatorin Anette Röseling. Foto: Roller
Diskutierten in der Königsbacher Realschule: Janis Wiskandt, Gunther Krichbaum, Rektor Dieter König, Katrin Lechler, Katja Mast, Peter Wenzel und Moderatorin Anette Röseling. Foto: Roller
19.07.2017

Diskussion an der Königsbacher Schule mit politischer Kandidatenriege

Königsbach-Stein. Rund 300 Schüler der Königsbacher Willy-Brandt-Realschule haben die Bundestagskandidaten des Wahlkreises Pforzheim ordentlich in die Mangel genommen.

Den Fragen der 13- bis 15-Jährigen stellten sich Katja Mast (SPD), Gunther Krichbaum (CDU), Katrin Lechler (Grüne), Janis Wiskandt (FDP) und Peter Wenzel (Linke). Auch Waldemar Birkle (AfD) sei eingeladen gewesen, erklärte Rektor Dieter König, von ihm habe man aber keine Rückmeldung erhalten. Von den anwesenden Politikvertretern wollten die Schüler unter anderem wissen, was sie von einem Verbot kraftstoffbetriebener Fahrzeuge halten, wie sie zur Legalisierung von Cannabis stehen und mit welchen Zielen sie in den Bundestagswahlkampf gehen.

Der 13-jährige Noah fragte die Politiker, wie sie künftig mit der Türkei umgehen wollen und sein 15-jähriger Klassenkamerad Wary wollte mehr über ihre Position in der Flüchtlingspolitik erfahren. Während Lechler beklagte, derzeit finde eine „Flüchtlingsbekämpfungspolitik“ statt und sagte, Deutschland habe genug Kapazitäten, um noch mehr Flüchtlinge aufzunehmen, erklärte Krichbaum, im Jahr 2015 habe man annähernd eine Million Flüchtlinge aufgenommen: „Das kann man einmal machen, aber nicht immer.“ Schließlich müssten die Menschen auch integriert werden. In der Pflicht sah der CDU-Mann auch die anderen europäischen Länder und war sich in diesem Punkt mit Mast einig, die zudem mehr Geld in Entwicklungszusammenarbeit stecken will. Wiskandt forderte einen Abbau von Bürokratie und mehr Unterstützung für die Kommunen. Da stimmte Wenzel ihm zu. Für ihn besteht eine moralische und humanitäre Verpflichtung, alle Flüchtlinge aufnehmen.

Überraschend einig waren sich alle Kandidaten in der Forderung, Fluchtursachen zu bekämpfen. Weitgehende Einigkeit herrschte auch bei der Frage, ob das Wahlalter auf 16 Jahre gesenkt werden soll. Von Lechler, Wenzel, Wiskandt und Mast gab es dazu ein klares Ja, während Krichbaum sich bei dem Thema „eher zurückhaltend“ zeigte. Zwei Stunden hörten die Schüler den Politikern aufmerksam zu und erfuhren nebenbei auch viel Privates. Etwa, dass Krichbaum früher Schülersprecher war, dass Mast in ihrer Freizeit gerne kocht, dass Lechler Gesang studiert hat und dass Wenzel gerne taucht. Wie fanden die Jugendlichen das Gespräch? „Viel zu warm“, meinten Michelle und Johanna (beide 13) angesichts der Hitze, „aber sehr interessant“. Es sei „cool“, dass ihre Schule so etwas organisiert habe.

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