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"Ziel des Europa-Clubs ist die Förderung des europäischen und internationalen toleranten Miteinander, der Kultur und der Völkerverständigung", so Friedrich Fausten, Präsident des Europa-Clubs Stuttgart. In diesem Jahr galt der Empfang der 150-jährigen Deutsch-Thailändischen Zusammenarbeit.
Dobel zwischen Stuttgart und Thailand © Sabine Zoller
Wolfgang Krieg und Fritz Fausten in Baden-Baden.
Dobel zwischen Stuttgart und Thailand © Sabine Zoller
Botschafterin des Königreichs Thailand im Schwarzwald: Frau Nongnuth Phetcharatana
Dobel zwischen Stuttgart und Thailand © Sabine Zoller
29.01.2014

Dobel zwischen Stuttgart und Thailand

"Ziel des Europa-Clubs ist die Förderung des europäischen und internationalen toleranten Miteinander, der Kultur und der Völkerverständigung,“ so Friedrich Fausten, Präsident des Europa-Clubs Stuttgart. 2014 steht der Schwarzwald im Fokus des Vereins, der „sich die Aufgabe stellt, die menschlichen, politischen und kulturellen Beziehungen zu anderen Völkern zu vertiefen.“

Zum Jahresauftakt gab es ein Treffen in Baden-Baden. Am ersten Maiwochenende finden die „Dobler Europa-Tage“ statt, die in enger Kooperation mit Bürgermeister Wolfgang Krieg veranstaltet werden.

Die Auftaktveranstaltung in Baden-Baden widmete sich in Zusammenarbeit mit der Galerie „Kleiner Prinz“ und Hans-Detlef Klimas nicht nur wirtschaftlichen Themen sondern auch der Kunst. In diesem Jahr galt der Empfang der 150-jährigen Deutsch-Thailändischen Zusammenarbeit. Just einen Tag nach dem Auftakt zur grünen Woche in Berlin war die Botschafterin des Königreichs Thailand, Frau Nongnuth Phetcharatana, nach Baden-Baden gereist, um Wissenswertes über ihr Land und die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und der einst als Siam bekannten Region zu erläutern.

Nach der Begrüßung durch Frau Honorarkonsulin Marianne Zorn aus Stuttgart gliederte sich der Vortrag von Frau Nongnuth Phetcharatana in zwei Teile: zum einen in die historische Grundlage für das Zusammenwachsen der beiden Länder und zum anderen in die wirtschaftliche Zusammenarbeit, insbesondere der Automobilindustrie. In eindrucksvollen Bildern dokumentiert sie die Anfänge der Deutsch-Siamesischen Beziehungen, die von den Hansestädten Lübeck und Hamburg im Handelsvertrag vom 25. Oktober 1858 fixiert wurden.

1861 traf eine preußische Gesandtschaft in der Hauptstadt Bangkok ein. 1862 wurde der Handelsvertrag auf den Deutschen Zollverein ausgedehnt, der als Basis für das hundertfünfzigjährige Bestehen der Beziehungen 2012 gefeiert wurde. 1897 besuchte der Thailändische König Chulalongkorn Deutschland und Baden-Baden. Er residierte im ehemaligen Hotel „Stefanie“ aus dem das heutige Brenners Parkhotel hervorgegangen ist. Deutschland leistete insbesondere bei der Post und dem Telegraphenwesen wichtige Beiträge zur Modernisierung Siams und wurde zu seinem wichtigsten Handelspartner um die Jahrhundertwende. Nach den Weltkriegen wurde 1953 ein neuer Vertrag über wirtschaftliche und kulturelle Beziehungen unterzeichnet.

Der zweite Teil des Vortrags beschäftigte sich mit Thailand als „Tor nach Asien“. Frau Nongnuth Phetcharatana erläuterte die strategisch günstig gelegene Position des Landes in Südostasien. Thailand als Feriendestination ist hinlänglich bekannt. Mittlerweile hat es sich zu einem marktwirtschaftlich-liberal orientierten Industrieland entwickelt. Botschafterin I.E. Nongnuth Phetcharatana erläutert, wie ihr Land durch den Ausbau der Infrastruktur, der Automobilindustrie und des Energiesektors weiter an Attraktivität für Investoren gewinnen kann. „Thailand liegt strategisch zwischen den Ost-West- und Nord-Süd-Korridoren. Diese gewähren Zugang zu den Staaten des Verbands Südostasiatischer Nationen (ASEAN) und anderen ostasiatischen Ländern, insbesondere zu China und Indien und damit zu Märkten mit Milliarden von Menschen.“ Sie erläutert das Ziel, Thailand in den kommenden Jahren zu einem Transport- und Logistik-Drehkreuz in der Region zu machen um damit bis 2015 eine wettbewerbsfähigere und eine stärker verbundene ASEAN-Wirtschaftsgemeinschaft (AEC) aufzubauen.

Friedrich Fausten dankte in seinen Abschlussworten der Botschafterin für den „Blick über den Gartenzaun Europas“ und betonte, dass er viel Interessantes von einem Land erfahren habe, das zur Zeit zwar täglich im Blickpunkt der öffentlichen Medien steht, über das man aber sonst immer noch sehr wenig weiß. Sein Dank galt auch den thailändischen Musikstudenten, die das Programm musikalisch bereichert haben und extra zu diesem Empfang von Wien nach Baden-Baden angereist sind.

Er beendete die gelungene Veranstaltung mit den Worten: „Bleiben Sie mit uns Verbindung. Wir werden auch in Zukunft versuchen, Ihnen mit unterschiedlichen Aktivitäten, Europa und auch andere Teile der Welt ein wenig versteh- und erlebbarer zu machen.“ Als Vorschau auf das Jahr 2014 lud er alle anwesenden Gäste zu den „Dobler Europa-Tagen“ vom 03. bis 05. Mai 2014 auf den Dobel (ganz in der Nähe von Bad-Herrenalb gelegen) ein.