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Das sanierte Gebäude Heldengasse 1 (links) hätte nach Einschätzung der SPD-Fraktion mit Fachwerk Richtung Arnbach so aussehen können. 
Das sanierte Gebäude Heldengasse 1 (links) hätte nach Einschätzung der SPD-Fraktion mit Fachwerk Richtung Arnbach so aussehen können.  © Fotomontage: John Weir
06.02.2018

Draiersches Haus muss weichen - Kelterner Verwaltung setzt sich mit ursprünglicher Konzeption durch

Keltern-Ellmendingen.  In einer mit Spannung erwarteten Kampfabstimmung hat der Kelterner Gemeinderat am späten Dienstagabend mehrheitlich für den Abbruch des stark sanierungsbedürftigen Anwesens Heldengasse 1 (Draiersches Haus) in Ellmendingen votiert.

Zuvor war der Antrag derer, die den Abriss abwenden und das im Besitz der Kommune befindliche Haus zum Verkauf an einen Privatinvestor ausschreiben wollten, bei einem Stimmenverhältnis von 6:12 gescheitert. Um die Zukunft des historischen Gebäudes hatte es ein intensives, kommunalpolitisches Tauziehen gegeben.

Zunächst hatten im zurückliegenden Jahr alle vier im Kelterner Gemeinderat vertretenen Fraktionen den Weg dafür freigemacht, das in Privatbesitz befindliche Anwesen anzukaufen. Tatsächlich hatte die Gemeinde das Gebäude erworben und die Planungen weit vorangetrieben. Seitens der SPD-Fraktion und von Manfred Dengler (Grüne) war dann der Wunsch geäußert worden, das Gebäudeinnere bei einem Ortsbegang anzuschauen. Diesem Wunsch war die Ratsmehrheit nachgekommen. Bei der gestrigen Abstimmung wurde dann aber rasch klar, dass eine Mehrheit nach wie vor die Sicht der Verwaltung teilt. Diese hatte eindeutig für die ursprüngliche Konzeption geworben, also das Gebäude nicht zum Verkauf auszuschreiben, es abzureißen und eine Platzgestaltung umzusetzen. Dies auch vor dem Hintergrund, dass man dafür Fristen einhalten müsse, um in den Genuss von Fördermitteln zu gelangen. Die Kritiker wiederum hatten argumentiert, es handele sich um eines der ältesten, erhaltenen Fachwerkhäuser in Ellmendingen. Das Anwesen stamme aus dem Jahr 1667.

Über die umfangreiche Diskussion im Kelterner Gemeinderat wird die PZ am Donnerstag noch ausführlich berichten.