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Die Inzidenzwert in Pforzheim und im Enzkreis liegen unter 200 Neu-Infizierten pro 100.000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen und damit im landesweiten Trend. Allerdings sind in Baden-Württemberg weiterhin die betreibbaren Intensivbetten (Symbolbild) zwischen 80 und 90 Prozent ausgelastet.  Foto: Halfpoint - stock.adobe.com (Symbolbild) 

Drei Corona-Todesfälle und 106 Neu-Infizierte in Pforzheim und im Enzkreis - Kreis Calw mit Inzidenzwert 212,3

Enzkreis/Pforzheim/Kreis Calw/Karlsruhe. Drei weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Corona-Virus meldet das Gesundheitsamt Enzkreis/Stadt Pforzheim am Mittwoch. Dabei handelt es sich um eine Frau aus Pforzheim und um eine Frau und einen Mann aus dem Enzkreis. Die Verstorbenen waren zwischen Anfang 80 und Mitte 90 Jahre alt. Damit steigt die Zahl der an oder mit COVID-19 Verstorbenen in Pforzheim auf 92 und im Enzkreis auf 155. Laut Landesgesundheitsamt (LGA) gibt es im Landkreis Calw einen weiteren Corona-Todesfall, was die Gesamtzahl der Menschen, die an oder mit dem Coronavirus gestorben sind, laut LGA auf 114 erhöht.

Im Kreis Calw wird auch der landesweit höchste Inzidenzwert errechnet. Mit 212,3 Neu-Infizierten pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen hat der Nordschwarzwald-Kreis die höchste Infektionsrate in Baden-Württemberg, gefolgt vom bislang bei den Corona-Fällen eher unauffälligen Landkreis Ravensburg mit 207,8. Laut LGA kamen am Mittwoch 100 neue Corona-Fälle aus dem Landkreis Calw hinzu, was die Gesamtzahl auf 4851 erhöht. Schwerpunkt der Neu-Infektionen ist Bad Wildbad, wo rund ein Drittel der Corona-Fälle vom Mittwoch gemeldet wurden. Das sind seit Pandemiebeginn gemessen 3047,1 Corona-Fälle pro 100.000 Einwohner.

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Die Karte des Landesgesundheitsamtes zeigt deutlich: In den Landkreisen Calw und Ravensburg mit Inzidenzwerten über 200 ist das aktuelle Infektionsgeschehen besonders dynamisch. Unter den 44 Meldekreisen in Baden-Württemberg gibt es nur sieben Stadt- und Landkreise mit einem Inzidenzwert unter 100. Grafik: LGA/Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg

Enzkreis mit deutlich bessserem Inzidenzwert als Kreis Calw

Besser schneidet hier der Enzkreis ab. Mit 2809,7 Corona-Fällen pro 100.000 Einwohnern scheint der Enzkreis weniger stark betroffen gewesen zu sein. Inzwischen gilt das seit ein paar Tagen auch wieder für den Inzidenzwert, denn mit 159,4 liegt der Enzkreis deutlich unter der 200er-Marke. Am Mittwoch kamen laut LGA 51 neue Infizierte hinzu, was die Gesamtzahl des Landkreises um Pforzheim auf insgesamt 5607 Corona-Fälle erhöht.

Dynamisches Infektionsgeschehen in Pforzheim

Von dieser Zahl ist Pforzheim mit seinen 4493 Corona-Fällen (55 Neu-Infizierte kamen am Mittwoch dazu) insgesamt noch weit entfernt, aber die Goldstadt hat ja auch deutlich weniger Einwohner als der Nachbarkreis. Und dass das Infektionsgeschehen in Pforzheim deutlich dynamischer ist als in den umliegenden Gemeinden zeigt diese Zahl: Hier gibt es seit Pandemiebeginn 3567,1 Corona-Fälle pro 100.000 Einwohner – das sind fast 760 Infizierte pro 100.000 mehr als im Enzkreis. 

Pforzheim liegt mit seinem Inzidenzwert von 194,5 unter der 200er-Grenze, die für die Definition eines Hotspots herangezogen wird. Bleibt dieser Trend erhalten, zählen Pforzheim und der Enzkreis vielleicht schon zum Wochenende nicht mehr zu landesweiten Hotspots. Für diese könnten nämlich strengere Corona-Schutzmaßnahmen gelten. So oder so bleibt die PZ-Region weiterhin unter den 44 baden-württembergischen Meldekreisen unter den Top-Ten der Stadt- und Landkreise mit den höchsten Inzidenzwerten.

Karlsruhe mit nur 1739,7 Corona-Fällen pro 100.000 Einwohnern

Anders sieht es bei den Nachbarn im Westen und Norden aus. Stadt- und Landkreis Karlsruhe liegen beide unter dem Landesdurchschnitt von 133,3 Neu-Infizierten pro 100.000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen. Wobei die Stadt Karlsruhe mit einem Inzidenzwert von 81,1 wieder der Meldekreis mit den landesweit wenigsten neuen Corona-Fällen pro 100.000 Einwohnern ist. Deutlich sieht man den Unterschied zwischen Hotspot und Topspot in der Zahl der Corona-Fälle pro 100.000 Einwohnern. Karlsruhe hat nur 1739,7 positiv Getestete pro 100.000 Einwohner – das ist weniger als die Hälfte von Pforzheim.

Intensivbetten landesweit zu 84,3 Prozent ausgelastet

Nach Daten des DIVI-Intensivregisters von Krankenhaus-Standorten mit Intensivbetten zur Akutbehandlung sind mit Datenstand vom Mittwochnachmittag 531 COVID-19-Fälle in Baden-Württemberg in intensivmedizinischer Behandlung, davon werden 332 (62,52 Prozent) invasiv beatmet. Insgesamt sind derzeit 2427 Intensivbetten von betreibbaren 2880 Betten (84,3 Prozent) belegt. Dieser Wert wird seit vielen Tagen schon erreicht und schwankt nur in geringem Ausmaß. Ein weiteres Aufleben großer Infektionszahlen könnte hier aber zu großen Problemen in etlichen Krankenhäusern führen, vor allem wenn das Coronavirus in Altenheime oder Krankenhäuser eingeschleppt wird.

Der Anteil der Infizierten im Alter von über 60 Jahren an allen Fällen beträgt landesweit 24 Prozent und der Anteil der Kinder und Jugendlichen (0 bis 19 Jahre) liegt bei 12 Prozent. Seit der Kalenderwoche 51 in 2020 wurden insgesamt 129 Ausbrüche aus Pflegeheimen mit 2312 SARS-CoV-2-Infektionen, hierunter 190 Todesfällen, an das LGA übermittelt. Seit Sommerferienende 2020 (Kalenderwoch 38) wurden 224 COVID-19-Ausbrüche aus Schulen mit insgesamt 1093 SARS-CoV-2-Infektionen und 149 COVID-19-Ausbrüche aus KITAS mit insgesamt 741 SARS-CoV-2-Infektionen, hierunter ein Todesfall eines Tätigen, übermittelt.

Thomas Kurtz

Thomas Kurtz

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