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Gut gerüstet fürs Radfahren auch auf holprigen Strecken ist Landrats-Vize Frank Wiehe (rechts) mit seinem Elektro-Mountainbike. Er macht sich gemeinsam mit Elias Weigel (links), dem Klimaschutzmanager des Kreises Calw, und René Skiba vom Tourismus Nördlicher Schwarzwald für die Aktion Stadtradeln stark.  Foto: Steinert 

Dreierbündnis sattelt im Kreis Calw aufs Stadtradeln um: Landrats-Vize, Klimaschutzmanager und Tourismuschef motivieren

Kreis Calw. Drei Radfahrer aus dem Kreis Calw trommeln für die bundesweite Aktion Stadtradeln, bei der Menschen drei Wochen lang für mehr Radverkehr und mehr Klimaschutz in die Pedale treten. Da ist der Landrats-Vize Frank Wiehe, der mit seinem Elektro-Mountainbike fleißig Kilometer sammeln will. Unterstützt von einem starken Motor fährt er morgens im Schnitt mit Tempo 20 ins Landratsamt: „Ich genieße die einstündige Fahrt, das ist jedes Mal ein richtig rundes Erlebnis.“ Auch Elias Weigel fährt mit dem Rad zur Arbeit. Der Klimaschutzmanager des Landkreises sagt: „Das ist Umweltschutz pur, immerhin entsteht ein Fünftel des schädlichen Kohlendioxidausstoßes im Autoverkehr.“

„Die Leute zieht es raus in die Natur, immer mehr sind mit dem Rad unterwegs“, sagt René Skiba, der Dritte im Bunde. Der Geschäftsführer der Tourismus-Gesellschaft Nördlicher Schwarzwald lobt das gut ausgebaute Radwegenetz in der Region und die neuen Hinweisschilder. Davon profitiert laut Skiba der Tourismus: „Es gibt inzwischen viele Verleihstationen sowie einige Hotels mit eigenen Angeboten rund ums Fahrrad.“

Der Calwer Kreis mit schier unendlich vielen Bergen und Tälern ist vordergründig kein Paradies fürs Radfahren.

„Das ist hier natürlich nicht so einfach wie in Friesland“, sagt Wiehe.

Doch die elektrisch angetriebenen Fahrräder haben einen Boom ausgelöst. Die Radgeschäfte verzeichnen einen Andrang auf E-Bikes. Die Kampagne Stadtradeln könne weitere Begeisterung wecken, meint Wiehe. Das Ziel der Mitmach-Aktion ist es, das Auto stehenzulassen und aufs Fahrrad umzusatteln.

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Im Kreis Calw machen vom 22. Juni bis zum 12. Juli die Kommunen Bad Liebenzell und Bad Herrenalb sowie Calw, Nagold, Althengstett, Bad Teinach-Zavelstein, Ebhausen, Neubulach und Haiterbach mit. Der benachbarte Enzkreis ist ebenfalls dabei, erstmals mit von der Partie sind auch Mühlacker und Maulbronn sowie Pforzheim – sie beginnen eine Woche früher und radeln vom 15. Juni bis 5. Juli.

Zeichen für gesunde Mobilität

Gerade in der Coronazeit rufen die beiden Landratsämter dazu auf, ein Zeichen für gesunde Mobilität zu setzen. Klar, Radler halten ganz natürlich einen sicheren Abstand zu anderen Personen ein. Und sie tun aktiv etwas für die Gesundheit. Der Anteil des Radverkehrs hat sich in zahlreichen Städten und Gemeinden erhöht. Schon in der Zeit der Virus-Kontaktverbote zeigte sich dieser Trend, wie die PZ berichtete.

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Beim Stadtradeln können alle mitmachen, die in den teilnehmenden Kreisen leben oder arbeiten, einem Verein angehören oder eine Schule besuchen und möglichst viele Radkilometer sammeln. Eine Anmeldung ist im Internet unter www.stadtradeln.de möglich. Um am Wettbewerb teilzunehmen, kann jeder online ein Team gründen oder einer Gruppe im Netz beitreten. Die Radfahrer sollen so oft wie möglich ihren Drahtesel privat und beruflich nutzen. Die Veranstalter der Aktion bitten die Teilnehmer allerdings ausdrücklich darum, angesichts der gültigen Corona-Bestimmungen derzeit beim Radeln keine Gruppen zu bilden.

Das Klimabündnis vom Kreis Calw wird die aktivsten Kommunen und Radfahrer mit den meisten Kilometern auszeichnen. Da winken Verzehrgutscheine. Und Tourismuschef Skiba wird voraussichtlich Eintrittskarten für den Baumwipfelpfad in Bad Wildbad ausgeben.