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Martin Munz von der Firma Rapool/Saatenunion (rechts) informiert die Teilnehmer der Felderrundfahrt in Friolzheim über neue Rapszüchtungen.  Foto: Meyer 

Drittes Dürrejahr droht: Wie Trockenheit und späte Kälte die Ernte im Enzkreis bedrohen

Friolzheim/Enzkreis. Landwirte müssen immer auf dem aktuellen Stand bleiben. Nicht nur, weil sich Verordnungen zur Düngung und zum Pflanzenschutz regelmäßig ändern, sondern auch, weil sie von Wetterschwankungen betroffen sind. Es droht das dritte Dürrejahr in Folge. Für die Teilnehmer der vom Landratsamt organisierten Felderrundfahrt in Friolzheim stehen deshalb auch Informationen über Getreidesorten im Vordergrund, die gut gegen den Klimawandel gewappnet sind. Ein Teil der Ernte hat durch die Trockenheit im Frühjahr und den späten Frost an den Eisheiligen große Schäden genommen.

Raps, Weizen, Gerste. Diese drei Getreidesorten blühen auf Versuchsfeldern nebeneinander auf dem Boden von Bernd Benzinger in Friolzheim. Er stellt die Flächen zur Verfügung, auf denen Saatgutfirmen ihre neuen Züchtungen präsentieren können. Besonders diskutiert: trockenresistente Pflanzen.

"Die Niederschläge der letzten Tage waren zwar besser als nichts, aber der April und der Mai waren viel zu trocken."

Michael Mauer, Sachgebietsleiter für Pflanzenproduktion beim Landwirtschaftsamt im Enzkreis

„Die Niederschläge der letzten Tage waren zwar besser als nichts“, sagt Michael Mauer, Sachgebietsleiter für Pflanzenproduktion beim Landwirtschaftsamt im Enzkreis, „aber der April und der Mai waren viel zu trocken.“ Das war nicht das einzige Übel: Um die Eisheiligen im Mai kam noch einmal ein später Frost, der besonders die Winzer hart getroffen, aber auch am Ackerbau der Region seine Spuren hinterlassen hat.

Region

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Vor allem an der Gerste, sagt Nicole Riem, im Landwirtschaftsamt in der Beratung zu Düngemitteln tätig. Denn diese ist im Jahr früher dran als der Weizen und die ausgewachsenen Ähren wurden mit voller Wucht von der Kälte getroffen.

Große Unterschiede innerhalb des Enzkreises

Wie stark die Ernte einbrechen wird, kann Riem nicht genau sagen. Die lokalen Unterschiede seien zu groß. „Der Enzkreis ist sehr spannend, weil er so vielschichtig ist und so unterschiedliche Böden hat“, sagt Riem. Während Richtung Nordschwarzwald der Boden nur auf einer flachen Schicht fruchtbar ist, sind auch diese Gebiete stärker von der Trockenheit im Frühjahr betroffen. Richtung Kraichgau halten die Böden das Wasser hingegen besser. Mais und Soja würden sich jetzt ebenfalls besonders über Regen freuen. Es gelte für die Landwirte neben gut gezüchteten Sorten auch auf biologische Faktoren wie ökologischen Dünger und die richtigen Zwischenfrüchte zu setzen.

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Constantin Hegel

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