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Wildpark-Förster Carsten Schwarz mit seinem Betäubungsgewehr und einem Narkosepfeil. Foto: Hauser © Hauser
26.01.2018

Drittes ausgebüxtes Schottisches Hochlandrind betäubt und zurückgebracht

Neuhausen-Steinegg. „Man muss ein Gefühl für die Tiere entwickeln, sonst kommt man nicht an sie heran“, weiß Carsten Schwarz, Förster im Pforzheimer Wildpark. Und sein Gefühl sagte ihm am frühen Freitagabend gegen 17.30 Uhr, dass er sich einem wachsamen Schottischen Hochlandrind auf den offenen Feldern rund um Neuhausen-Steinegg nicht einfach zu Fuß nähern konnte, wenn es nicht wieder aufgescheut werden sollte. So fuhr er dem am 15. Januar ausgebüxten Tier einfach mit dem Geländewagen entgegen, um aus dem Auto heraus den Narkosepfeil abzuschießen.

Damit war das dritte von vier von einer Weide zwischen Neuhausen und Lehningen ausgebrochenen Tieren wieder eingefangen. Bleibt nur noch ein Rind auf der Flucht. „Wenn die sich ins Gebüsch stellen, sieht man sie nicht mehr“, sagt Schwarz. Die sonst im kalten, nassen, zugigen Schottland heimischen Hochlandrinder würden sich bei diesem Wetter durchaus wohl fühlen. Sie seien ja bewusst als Rasse gezüchtet worden, die ohne Stall auskommt und solche Wetterbedingungen meistert. Außerdem seien sie genügsam.

Seit 2003 hat der Wildpark-Förster schon über 160 Mal in der Region mit seinem Betäubungsgewehr auf die unterschiedlichsten Tiere geschossen. Zum Beispiel um ausgebrochene Tiere einzufangen oder sie für einen Transport zum Veterinär vorzubereiten. Trotz seiner großen Erfahrung ist jeder Schuss mit dem Betäubungsgewehr ein neues Risiko, denn es gebe zwar Tabellen zur Dosierung des Narkosemittels, aber jedes Tier reagiere anders auf Stress, was den Effekt der Immobilisierung stark beeinflussen könne.

Jäger über den Boden geschleift

Das Hochland-Rind in Steinegg habe zunächst nur wenig Wirkung gezeigt. Der Jäger hat sich dem Tier der großen Hörner wegen von hinten genähert, um es am Schwanz festzuhalten, damit es nicht weglaufe und sich eventuell selbst in Gefahr bringe. Das Rind habe ihn dann übers Feld gezogen, was Schwarz nicht davon abhielt, auch im Liegen noch festzuhalten. Dann seien weitere Helfer herbeigeeilt, um das Tier auf den Viehtransporter zu bugsieren. Danach ging es zurück in die neue Heimat in einen Stall bei Neuhausen.

Im Facebook-Livevideo mit PZ-news-Redakteur Thomas Kurtz erzählt der Wildpark-Förster, worauf es beim Schießen mit dem Betäubungsgewehr ankommt und wie er mit solch einer Situation umgeht.

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