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Anwohner ächzen unter dem Verkehr, der vor allem an Wochenenden in Richtung Ausflugsziele in der Kurstadt unterwegs ist. Hilft neben der Sommerbergbahn eine zweite Aufstiegshilfe?  Foto: Biesinger 

Durchs Nadelöhr zum Ausflugsziel - Anwohner des Blöcherwegs im Gespräch mit der PZ

Bad Wildbad. Wer per Auto, Motorrad oder Bus auf den Bad Wildbader Sommerberg möchte, muss durch den Blöcherweg. Es ist die einzige Zufahrt zu Hängebrücke, Baumwipfelpfad und Co. Keine andere Straße führt auf den Wildbader Hausberg, der seit einigen Jahren ein echter Touristenmagnet ist. Doch des einen Freud, ist des anderen Leid. Einigen Anwohnern des schmalen Blöcherwegs stinken die Automassen, die sich an Spitzentagen inzwischen den Berg hochquälen, gewaltig und das im wahrsten Sinne des Wortes.

Abgase und der Geruch nach verbranntem Gummi liegen in der Luft. Doch viel schlimmer als der Gestank, seien rasende Auto- und Motorradfahrer und die nicht enden wollenden Autoschlangen an Sonn- und Feiertagen, berichten die Anwohner Marcel Ben-Mazouni sowie Peter und Gertraud Przybylski aus dem Blöcherweg im Gespräch mit der „Pforzheimer Zeitung“.

Auffahrt wird gesperrt

Die Sommerbergauffahrt sei für solche Besuchermassen nicht ausgelegt, sagt Peter Przybylski und deutet auf Hohlräume in der Stützsandsteinmauer. Der Bau der Touristenattraktionen hat Spuren hinterlassen. Über Wochen und Monate hinweg schleppten sich schwere Lastwagen auf den Berg. Inzwischen ist die Strecke, die „früher ein besserer Holzrückepfad war“ (Ben-Mazouni) neben der Sommerbergbahn aber die Hauptverkehrsader zum Ausflugstourismus in Bad Wildbad.

An Wochenenden und Feiertagen geht auf dem Blöcherweg nichts mehr. Bereits am Fuße des Bergs sperren Mitarbeiter des städtischen Ordnungsamts die Straße. Denn die Erfahrung hat gezeigt, dass die Autofahrer die Anzeigetafeln des Parkleitsystems im Tal ignorieren. Auch wenn der Sommerbergparkplatz oben als belegt angezeigt wird, lassen es viele motorisierte Verkehrsteilnehmer auf einen Versuch ankommen. Das Ergebnis war oftmals ein Verkehrschaos. Die Stadt hat daraufhin ihr Personal an solchen Spitzentagen aufgestockt und positioniert Ordnungsamtsmitarbeiter am Blöcherweg. Durch die Sperrung kommt es allerdings zu Rückstaus, die teilweise bis Richtung Calmbach reichen. Im Stau stehen oftmals die Anwohner des Blöcherwegs, die nicht mehr zu ihren Häusern gelangen.

Und wenn der Verkehr läuft, dann wird gerast, haben die Blöcherweg-Anlieger festgestellt. Kaum jemand würde sich an die Geschwindigkeitsbegrenzung halten, die – wie fast überall in Wildbad – bei 30 Stundenkilometern liegt. Ben-Mazouni staunt noch immer über die 93 Stundenkilometer, die bei einem Mountainbiker gemessen wurden – gefahren lediglich auf dem Hinterrad.

Die Sorge der Anwohner gilt auch den Fußgängern, die „mit Hund und Kinderwagen“ auf dem gehweglosen Blöcherweg hoch zum Sommerberg wandern wollen – zwischen Autos, Mountainbikes und Motorrädern.

Ein von der Stadt installiertes Geschwindigkeitsdisplay habe nicht die notwendige Wirkung gezeigt. „Jetzt muss endlich etwas passieren“, sind sich die Anwohner einig. Sie schlagen eine Blitzeranlage oder Hartgummi-Schwellen zur Reduzierung des Tempos vor. Und eine alternative Sommerbergauffahrt, wie sie die Stadt von der Marienruhe aus plant. Damit der Blöcherweg entlastet wird. Auch ein Parkplatz außerhalb der Innenstadt, von dem aus Elektro-Busse auf den Berg pendeln ist ihrer Ansicht nach eine Möglichkeit. „Das Ende der Fahnenstange ist für uns eigentlich schon überschritten“, fasst Marcel Ben-Mazouni die Situation am Blöcherweg zusammen.