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11.12.2015

Ehemalige Tongrube wird ein Naturschutzgebiet – Bauernverband wollte Flächen für den Ackerbau

Enzkreis. Der vom Regierungspräsidium Karlsruhe vorgesehenen Ausweisung der ehemaligen Tongrube im Mühlacker Stadtteil Lienzingen als Naturschutzgebiet steht wohl nichts mehr im Wege. Bei einer Enthaltung stimmte der Planungsausschuss des Regionalverbands bei der Sitzung in Pfalzgrafenweiler (Kreis Freudenstadt) dafür, das Gebiet „Ziegelhäule“ nicht mehr für den Abbau von Rohstoffen vorzusehen. Jetzt muss lediglich noch die Vollversammlung des Regionalverbands am 27. Januar zustimmen.

Bis 2005 wurde dort auf etwa 1,5 Hektar einer ursprünglich 4,5 Hektar großen Fläche Ton und Lößlehm abgebaut. Der Kreisbauernverband Enzkreis hatte sich in seiner Stellungnahme dafür ausgesprochen, Landwirtschaft statt Naturschutz als Folgenutzung vorzusehen, wie Thomas Bahnert von der Regionalverbands-Geschäftsstelle erläuterte. Allerdings sei diese Frage bereits 2014 in Mühlacker ausführlich diskutiert worden, wobei sich der Gemeinderat zugunsten des Naturschutzes entschieden habe.

Zwar wird in der Region seit 2009, als die früheren Ziegeleiwerke ihre Produktion eingestellt haben, keinerlei Ziegeleirohstoff mehr abgebaut, dennoch herrscht kein Mangel an Materialien für die Bauindustrie. Nur an zwei der im Teilregionalplan Rohstoffsicherung festgelegten Standorte – direkt im Umfeld der ehemaligen Ziegelwerke Mühlacker sowie bei Wiernsheim – wurden die Möglichkeiten voll ausgeschöpft. An fünf Standorten ist der Abbau nur teilweise erfolgt und an vier Standorten wurde noch gar nichts unternommen. Ursprünglich sei einmal versprochen worden, nach Ende des Abbaus im „Ziegelhäule“ die Flächen wieder für den Ackerbau freizugeben, sagte Günter Bächle (CDU): „So werden aber der Landwirtschaft dauerhaft fünf Hektar entzogen.“