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Stolz ist Bruno Bitz auf den Ehrenorden, den ihm der Bürgermeister von Kiew, Vitali Klitschko, kürzlich geschickt hat. Seit Jahrzehnten hegt er enge Kontakte in die Ukraine und unterstützt Menschen dort mit Spenden.  Foto: Weber 

Ehemaliger Bürgermeister von Weiler feiert seinen 95. Geburtstag

Karlsbad-Ittersbach. Zufrieden kann Bruno Bitz auf sein bisheriges Lebenswerk zurückblicken. Der letzte Bürgermeister der ehemals selbstständigen Nachbargemeinde Weiler feiert an diesem Montag an der Eichgasse in Ittersbach seinen 95. Geburtstag. „Mein Lebensmotto ist stets in Bewegung zu bleiben und nach vorne zu blicken. Das gilt auch nach dem Tod meiner Ehefrau vor acht Jahren und dem überraschenden Tod meines Sohnes Ulrich im vergangenen Jahr“, erzählt Bruno Bitz in beeindruckender körperlicher und geistiger Verfassung.

„Ich habe bis zu den coronabedingten Einschänkungen regelmäßig meine Bahnen im Thermalbad gezogen und Jahrzehnte beim Gesangverein Eintracht Weiler möglichst keine Singstunde und keinen Auftritt verpasst. Zu meinem Leidwesen hat sich der Stammchor vor wenigen Wochen leider aufgelöst“. Der alleine im großzügigen Eigenheim an der Eichgasse in Ittersbach lebende Jubilar versorgt sich einschließlich der Einkäufe mit dem Auto nach wie vor selbst. Der zweite Sohn Thomas lebt in Karlsruhe.

Den Menschen ein Helfer

Der in Ittersbach geborene und in Weiler aufgewachsene Senior war zunächst als kaufmännischer Angestellter in Unternehmen tätig. Seine Verwaltungslaufbahn begann von 1951 bis 1958 als Ratschreiber in Weiler, bevor er bis 1970 die Grundbuchstelle in Ittersbach leitete. Im Oktober 1970 wurde Bruno Bitz zum Bürgermeister in Weiler gewählt. Nach der Gemeindereform 1972 fungierte er in der Übergangsphase als Amtsverweser in Keltern mit dann fünf Ortsteilen. Von 1972 bis zur Pensionierung 1988 war er schließlich Grundbuchbeamter im neu entstandenen Karlsbad.

Einen Namen machte sich Bruno Bitz als Karlsbader, wie auch als Keltener Gemeinderat, als Aufsichtsratsvorsitzender der Volksbank Keltern, als langjähriger Ittersbacher Vorsitzender der SPD, wie auch des VDK-Ortsverbandes in Ittersbach. „Stets habe ich es als meine Aufgabe gesehen, den einfachen Menschen zu helfen. Das begann nach dem Krieg beim Lastenausgleich oder mit Hilfen bei Rentenanträgen oder sonstigen Amtsgeschäften bis in die jüngere Vergangenheit“. Nach wie vor gilt seine Unterstützung ärmsten Familien in der Ukraine. Die Kontakte entstanden bei einer SPD-Bildungsreise 1989 auf die Insel Krim, als er und seine Frau mit den Problemen des Landes und insbesondere der vielen Opfer und deren Angehörigen aus der Atomreaktor-Katastrophe in Tschernobyl konfrontiert wurden. Daraus entstanden enge Kontakte in die Ukraine nach Kiew, verbunden bis heute mit regelmäßigen erklecklichen Geldspenden der Familie des Jubilars, aber auch durch Sammlungen bei Freunden und Bekannten für die Ärmsten der Armen, wie Bruno Bitz erzählt.

„Für die Flugreisen nach Kiew bin ich leider zwischenzeitlich zu alt. Trotzdem werden die Spendengelder mit einigen tausend Euro jährlich weiter überwiesen. Die Verteilung an die Bedürftigen durch Vertrauenspersonen ist gesichert“, erzählt das Geburtstagskind. Regelmäßig wurde er früher im Rathaus in Kiew empfangen. Zum 95. Geburtstag schickte Bürgermeister Vitali Klitschko dieser Tage beste Wünsche und einen Ehrenorden.