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Symbolbild dpa

Ehemann wird zum brutalen Schläger: Urteil nach Tat im Enzkreis

Straubenhardt/Pforzheim. Ein Martyrium an roher Gewalt erlebte eine Frau im Mai vergangen Jahres in ihrem früheren Zuhause in Straubenhardt: Ihr damaliger Mann, ein Deutscher mit kasachischen Wurzeln, mit dem die 40-Jährige zusammen mit zwei gemeinsamen Kindern und zwei älteren Stieftöchtern lebte, brach ihr die Schulter, würgte sie, versetzte ihr Faustschläge ins Gesicht, saß auf ihr und verprügelte sie.

Um den Stieftöchtern eine Aussage vor dem Schöffengericht in Pforzheim zu ersparen, einigte man sich auf einen gerichtlichen Verständigungsvorschlag, der eine Freiheitsstrafe auf Bewährung von bis zu zwei Jahren vorsah.

Richter Oliver Weik schloss sich den Forderungen von Staatsanwältin Katharina Stohrer an. Im Urteil stehen ein Jahr und zehn Monaten auf Bewährung wegen Körperverletzung in drei Fällen, dazu 2000 Euro Schmerzensgeld und entsprechende Beratungsgespräche. „Bei einer Freiheitsstrafe ohne Bewährung würden Unterhalt und Schmerzensgeld wegfallen“, so der Richter.

Bis heute hat das Opfer häuslicher Gewalt, das sich mit einem Korkenzieher wehrte, Schmerzen und kann aufgrund des Schulterbruchs den linken Arm nicht mehr in die Höhe strecken. Und alles nur, weil die Frau, die vor dem Pforzheimer Schöffengericht als Nebenklägerin auftrat, für ihre älteste Tochter 35 Euro für ein Schulabschluss-T-Shirt benötigte und das Geld vom Konto abhob.

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