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Die Apfelbäume stehen in voller Blüte. Unterstützt von Bürgermeister Steffen Bochinger (rechts) sucht der bisherige Moste-Organisator Manfred Seemann seine Nachfolge für die Verarbeitung der kommenden Ernte.  Foto: Herweg 

Ehrenamtliche Mosterei in Keltern sucht händeringend Nachfolger

Keltern. Die Apfelbäume auf den Streuobstwiesen in Keltern stehen in voller Blütenpracht. Bislang gab es keine massiven Kälteeinbrüche und so steht zu hoffen, dass sich viele Früchte entwickeln können und die Apfelernte im Herbst reich ausfallen wird. Wenn das Wetter mitmacht und das Jahr ein ausgewogenes Wechselspiel aus Sonnentagen und Regengüssen haben wird, dann werden sich zum Herbst die Äste vor köstlichen, reifen Früchten nur so biegen.

Obstwiesenbesitzer in Keltern und im weiteren Umkreis wissen, wo seit vielen Jahren aus den eigenen Äpfeln und Birnen frischer Saft gepresst und zur Mitnahme abgefüllt werden kann: im Bauhof zwischen Niebelsbach und Ellmendingen. Viele hunderttausend Liter sind im ehrenamtlichen Mostereibetrieb schon verarbeitet worden, immer perfekt organisiert von Manfred Seemann, dem früheren Vorsitzenden des Obst- und Weinbauvereins Niebelsbach. „Es ist ein tolles Team, das da jedes Jahr zusammenarbeitet.

Natürlich ist es an den Mostetagen viel Arbeit, aber wir haben auch immer sehr viel Spaß miteinander“, bekräftigt er, „und man kommt mit vielen Menschen ins Gespräch. Dabei kann man manchmal ganz Außergewöhnliches erleben.“

In diesem Jahr möchte er den Stab weiterreichen und die Nachfolge für die Organisation der Moste einarbeiten. „Es ist dafür gar nicht zwingend erforderlich, dass man jahrzehntelange Erfahrung im Obstbau mitbringt oder eigene Bäume besitzt, auch besondere körperliche Kräfte sind nicht vonnöten“, versichert Seemann und schließt augenzwinkernd an: „Aber ein gewisses Maß an Organisationstalent ist schon hilfreich.“

Verstärkung wichtig

Die Aufgaben des Organisators konzentrieren sich auf einige Wochen im Jahr. Kelterns Bürgermeister Steffen Bochinger unterstützt die Suche aus Überzeugung, bittet um Meldung der Interessenten im Rathaus Ellmendingen und würde sich sehr freuen, wenn ehrenamtliche Verstärkung für das Moste-Team und eine Nachfolge für die organisatorischen Arbeiten gefunden wird, damit die gute Tradition fortgesetzt werden kann.

Sollte allerdings kein Nachfolger gefunden werden, dann ist die Zukunft der Moste, deren Erlöse jedes Jahr an gemeinnützige Organisationen und Vereine gespendet werden, ungewiss.