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Die Geehrten: Angelika Leibensperger, Brigitte Kaucher, Wolfgang Strecke, Bernd Jochim, Marta Aydt, Michael Penka (Sängerkreis), Gordon Klumpp, Iris Lorenz und Margarete Bischoff (von links). Roller 

Ein Abend voller Erinnerungen: Steiner Chorvereinigung feiert 175. Geburtstag in kleinem Rahmen

Königsbach-Stein. Ohne großes Jubiläumsfest mit Hunderten Gästen, dafür im kleinen Kreis, in gemütlicher Runde und mit vielen schönen Erinnerungen an vergangene Tage hat die Steiner Chorvereinigung „Freundschaft“ ihr 175-jähriges Bestehen gefeiert. Den Rahmen dafür bildete die jährliche Hauptversammlung des Vereins.

Im Saal des Gasthauses "Krone" blickten die Mitglieder auf die bewegte Geschichte der Chorvereinigung zurück, die 1846 gegründet wurde, damals noch als reiner Männergesangverein. 1975 kam ein Frauenchor dazu, im selben Jahr rief man einen Konzertchor ins Leben.

1986 fiel der Startschuss für "Why not?!", der damals der erste Popchor im Sängerkreis Pforzheim war. Sechs Jahre später erhielt die Chorvereinigung erneut Zuwachs: "Modern Music" hieß die Gruppe, die sich in erster Linie den Spirituals und Gospels zuwandte. Beide Chöre vereinigten sich 2002 zu den "Voices in motion", die bis heute existieren und vor Corona mit ihren fantasievoll gestalteten Konzerten regelmäßig Hunderte Zuhörer angelockt haben.

Geselligkeit darf nicht fehlen

Dass bei der Chorvereinigung neben dem Singen das gesellige Feiern nicht zu kurz kommt, zeigte das Fest, das man 1996 anlässlich des 150-jährigen Bestehens ausrichtete – mit einem großen Bierzelt und einem Festumzug, bei dem rund 1000 Mitwirkende durch das ganze Dorf zogen.

Im selben Jahr fand mit anderen Chören und Ensembles aus der Region die Aufführung der "Carmina Burana" statt. Ereignisse, an die sich noch viele der Anwesenden erinnern konnten. Auf einer Leinwand wurden Filmausschnitte und Bilder gezeigt, die an Feste, Konzerte und Begegnungen erinnerten.

Zu Gast war auch Michael Penka, stellvertretender Vorsitzender des Sängerkreises Pforzheim. Er wollte den Sängern Mut machen und appellierte daran, trotz der Schwierigkeiten der vergangenen anderthalb Jahre nicht aufzugeben: "Wir haben es verdient, gehört zu werden."

Corona-Zeit als große Chance

Auch, wenn die Corona-Zeit für die Sänger nicht leicht gewesen ist, sieht er eine große Chance für die Chöre, weil inzwischen viele Menschen unter Einsamkeit leiden.

Es gelte, auf diese Menschen zuzugehen und sie in die Gemeinschaft der Vereine aufzunehmen. Auch bei der Chorvereinigung hat die Krise Spuren hinterlassen.

Auch sie konnte keine Konzerte und Feste auf die Beine stellen, konnte monatelang nicht proben. Der junge Chor "Voices in motion" wich ins Internet aus und schaffte es, per Videokonferenz zu singen.