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Wann ist eine Frau eine Frau? Diese und weitere Fragen stellten die jungen Mitglieder der Ersinger kfd beim Festabend in ihrem Medley. 
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Mit Schwung über die Bühne: Die Tanzmäuse des Ersinger Turnvereins gratulierten der kfd am Samstagabend mit einem mitreißenden Auftritt zum Geburtstag. 

Ein Fels in Ersingen feiert Jubiläum: Katholische Frauengemeinschaft besteht seit 125 Jahren

Kämpfelbach-Ersingen. Als sich das Programm nach knapp vier Stunden langsam dem Ende zuneigt, laufen ehemalige Faschingsprinzen in bunt leuchtenden Jacketts durch die Reihen der Ersinger Festhalle und verteilen rote Rosen an alle Frauen im Publikum. Es war der krönende Abschluss eines Abends, der in bester Erinnerung bleiben wird. Mit Tanz, mit Musik, mit Sketchen und Gesang hat die katholische Frauengemeinschaft Ersingen (kfd) am Samstag ihren 125. Geburtstag gefeiert – nicht allein, sondern mit unzähligen Gästen.

Unter ihnen auch Bürgermeister-Stellvertreter Lothar Hein (CDU), der nicht der Einzige war, dem solche, die Dorfgemeinschaft zusammenbringende Feste gefehlt haben. Fester Bestandteil dieser Gemeinschaft ist seit 125 Jahren die kfd, der Hein attestierte, ein „Fels in unserer Gemeinde“ zu sein. Mit ihren Werten, ihrem Einsatz und ihrer Gemeinschaft habe sie Ersingen und Kämpfelbach mitgeprägt. „Große Fußspuren“ habe dabei Rita Rapp hinterlassen, die 1977 zur Vorsitzenden gewählt und später mit der Landesehrennadel ausgezeichnet wurde. Zahlreiche Neuerungen hat sie auf den Weg gebracht.

Über eigenen Kirchturm hinaus

Neuerungen, für die ihr Regina Hanisch, Martina Theurer und Cäcilia Bischof heute noch dankbar sind. Sie bilden aktuell das Leitungsteam der kfd und freuten sich über die Glückwünsche, die beim Festabend auch von Ivonne Lichtwald kamen. Die katholische Gemeindereferentin betonte, die kfd habe alle Höhen und Tiefen gemeistert und leiste einen wesentlichen Beitrag dazu, dass Menschen über ihren eigenen Kirchturm hinaus leben und denken. Vereinssprecher Eddi Vögele erklärte, die kfd habe ihr Angebot immer erweitert und sich an die aktuelle Zeit angepasst. Wie vielfältig, modern und bunt die kfd heutzutage ist, davon hat sie beim Festabend einen kleinen Eindruck vermittelt.

Neben einer mitreißenden Aufführung mit Hula-Hoop-Reifen waren auch einige Sketche geboten. Sketche, in denen sich die Frauen humorvoll überlegten, wie es 2040 im Pfarrbüro zugehen könnte. Gibt es dann Sammeltermine für Hochzeiten, Taufen per Videokonferenz und Beichten per App? Schwer zu sagen. Sicher ist jedenfalls, dass sich in den vergangenen 125 Jahren bei der kfd einiges verändert hat, dass aus der „Erzbruderschaft christlicher Mütter“ ein moderner Verein geworden ist, in dem statt „Küche, Kinder, Kirche“ nun „Mitreden, Mitmachen, Mitbestimmen“ angesagt ist.

Publikum verlangt Zugaben

Wie das konkret aussehen kann, zeigten die Frauen bei einer musikalischen Zeitreise. Wobei für Musik und Gesang beim Festabend auch noch andere zuständig waren. Etwa Nicola Aydt, Beatrix Reiling und Yvonne Ehringer, die als „Lollipops“ über die Glocken von Rom, über „Girls, Girls, Girls“ und über Männer im Baumarkt sangen. Oder die Mitglieder des Stimmwerks, die es sogar fertigbrachten, das Publikum bei einem dreistimmigen Kanon zum Mitsingen zu bewegen. Kräftig mitgesungen wurde auch, als der Ersinger Musikverein schmissige Blasmusik präsentierte. Nicht weniger mitreißend war der Auftritt der Tanzmäuse des örtlichen Turnvereins, die in eleganten Outfits mit viel Schwung über die Bühne wirbelten. Trotzdem verloren Carmen Brenk und Gaby Hunter nie den Überblick. Als Festdamen führten sie in historischen Gewändern, mit einem Blumenstrauß in der Hand und immer einem flotten Spruch auf den Lippen durch das Programm, das dem Publikum so gut gefiel, dass immer wieder Zugaben verlangt wurden.